Gesundheitszentrum in Schwanheim wieder auf der Kippe

23.05.2014

Zu früh gefreut: Das Gesundheitszentrum Schwanheim steht weiterhin vor dem Aus. Im vergangenen Jahr hatte der Frankfurter Selbsthilfe-Verein die Trägerschaft übernommen, nachdem die städtischen Zuschüsse gestrichen worden waren. Dabei wurde jedoch vereinbart, dass die Miete für die Räumlichkeiten im Kobelt-Haus in Alt-Schwanheim pro Quartal 500 Euro nicht überschreiten dürfen. Jetzt, so kritisiert die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer, Renate Wolter-Brandecker, verlange das Liegenschaftsamt der Stadt, dem die Immobilie gehört, deutlich mehr: „Nach der Zusage durch die schwarz-grüne Koalition zu dieser Miete fühlt sich der Verein jetzt hinters Licht geführt, nachdem das Liegenschaftsamt diesen Vorschlag abgelehnt hat und eine Miete von 1217,16 Euro verlangt.“
Die SPD-Fraktion im Römer fordert deshalb jetzt den Magistrat mit einem Antrag auf, sich an die Zusagen vom vergangenen Jahr zu halten und dem Verein einen „neuen und finanziell tragbaren Mietvertrag“ zu schicken. Gesundheitsförderung gebe es nicht zum Nulltarif. „Wer das Gesundheitszentrum in Schwanheim weiterhin für wichtig hält, muss sich seiner Verantwortung endlich bewusstwerden.“
Beim Selbsthilfe-Verein ist man vom Vorstoß der SPD überrascht. Man habe die Zahlen erst einmal intern halten wollen, heißt es dort. Maren Kochbeck, Geschäftsführerin des Vereins, sagt, sie stehe „in gutem Kontakt zur Gesundheitsdezernentin, die sich hilfreich einsetzt“. Die Forderung des Liegenschaftsamts liege erst seit zwei Tagen auf dem Tisch. Ihr gehe es darum, die Nutzer der Einrichtung jetzt nicht zu verunsichern.
Das Gesundheitszentrum Schwanheim wurde 1996 nach dem sogenannten Rosenmontagsstörfall im Werk Griesheim der damaligen Hoechst AG geschaffen. Es unterstützt Gesundheitsförderung und Prävention: Selbsthilfegruppen, Vereine und Initiativen können es nutzen.

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