Seit einem Vierteljahrhundert Barrieren überwunden

Seit einem Vierteljahrhundert Barrieren überwunden
Die Hainichener Selbsthilfegruppe der Behinderten blickt auf 25 Jahre ihres Bestehens zurück. Grund zu feiern.

Hainichen. Seit einem Vierteljahrhundert kümmert sich die Selbsthilfegruppe um Familien mit behinderten Kindern, half ihnen, mit Problemen fertigzuwerden, vor allem mit den veränderten Bedingungen in der Wendezeit. Grund genug, um gemeinsam zu feiern. Dazu hatten sich am Samstag, den 17. Mai 2014, im Vereinshaus des Hainichener Karnevalvereins an der Oederaner Straße viele Gratulanten eingefunden. Darunter waren auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Simone Raatz und Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD).

20.05.2014

Vieles war neu
"25 Jahre gemeinsam und nicht einsam. 25 Jahre, in denen wir uns von einer unerfahrenen Selbsthilfegruppe zu einer Gruppe der Hilfe und Selbsthilfe entwickelt haben", so formulierte es die stellvertretende Vereinsvorsitzende Annelie Tauscher in ihrer Festrede. Seit zehn Jahren gehört sie dem Verein an. Die langjährige Vorsitzende Renate Daebler und Schatzmeisterin Sieglinde Graupner sind von Anfang an dabei. Und sie erinnern sich noch gut daran, wie sie sich noch vor der offiziellen Vereinsgründung im Juni 1993 mit betroffenen Familien zusammengefunden hatten, um sich gegenseitig bei der Bewältigung der Probleme zu helfen. Vieles war nach der Wende auch für die Behinderten anders geworden. Viele Eltern wussten nicht, wie sie ihre Ansprüche einfordern sollten. Schwerbehindertenausweise, Kindergeld und vieles mehr, alles ging nur auf Antrag, erinnern sich die beiden Frauen an die Anfangsjahre.
"Wir haben in all den Jahren viele zwischenmenschliche Barrieren übersprungen, und es ist uns gelungen, trotz aller Schwierigkeiten immer wieder für die uns im Verein anvertrauten behinderten Menschen Freude in den oft so einseitigen Alltag zu bringen", sagen sie. Und das ist auch heute noch Anliegen des Vereins: "Gemeinsam und nicht einsam. Denn: behindert zu sein, ist nichts anderes als etwas anders zu sein". Vor 25 Jahren gab es 18 Vereinsmitglieder, 18 sind es heute noch. Etliche der Behinderten gehen in speziellen Werkstätten einer täglichen Beschäftigung nach, je nach ihren Fähigkeiten.
Gemeinsam statt einsam
Deshalb finden die Vereinsaktivitäten fast ausschließlich an den Wochenenden statt. Da wird gemeinsam gefeiert, es gibt Treffen im Vereinsdomizil auf dem Ottendorfer Hang in Hainichen, sie besuchen Veranstaltungen, gehen Wandern, Kegeln oder Schwimmen im "Sportforum An der Pflaumenallee". Auch die gemeinsame Urlaubsfahrt nach Reudnitz bei Greiz erfreut sich großer Beliebtheit.
Nach wie vor geht es darum, Familien mit Behinderten nicht allein zu lassen. Für sie eine Gemeinsamkeit zu schaffen, in der sie sich wohl fühlen, die ihren Neigungen entspricht und auch auf die Einschränkungen der einzelnen Mitglieder Rücksicht nimmt.
Das Engagement würdigte auch Bundestagsabgeordnete Simone Raatz. Es sei nicht leicht, Inklusion im Alltag umzusetzen. Deshalb war ihr der Besuch in Hainichen wichtig. Sie werde viele Erfahrungen mitnehmen. Simone Raatz lädt die Vereinsmitglieder auf ihre Kosten nach Berlin in den Bundestag ein. Da gebe es auch gute Führungen für Menschen mit Beeinträchtigung. Dazu gab sie das Versprechen, dass sie in der Vorweihnachtszeit in der Bäckerei Paulig in Altmittweida gemeinsam mit ihnen Plätzchen backen wird. Sie freue sich schon auf ein neues Rezept.

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