Selbsthilfe-Pionier gibt Wissen weiter

Selbsthilfe-Pionier gibt Wissen weiter

Gottfried Heinemann, von 2000 bis 2002 ehrenamtlicher Behinderten-Beauftragter der Stadt Zwickau sowie davor und danach intensiv in der städtischen und regionalen Selbsthilfebewegung aktiv, wird am Montag 80 Jahre alt.

Zwickau. Wer Gottfried Heinemann in seiner Marienthaler Wohnung besucht und sein Arbeitszimmer betritt, der merkt es sofort: Der langjährige Streiter für Patientenrechte und Förderer der Selbsthilfebewegung in Zwickau und darüber hinaus ist bei allen gesundheitlichen Unbilden, die ihn selbst nach wie vor plagen, nicht zur Ruhe gekommen. Auch nicht so kurz vor seinem 80. Geburtstag, den der gelernte Diplomingenieur für Maschinenbau und langjähriger Lehrer am Montag begeht. Jedes Möbel in dem winzigen Zimmer bedecken aufgeschlagene Aktenordner, farblich gemarkerte Unterlagen zu Gesundheitsthemen und Vereinsrecht.
6000 Kontakte seit 2000
Zu den Themen halt, für deren Kompetenz Heinemann in den vergangenen knapp 20 Jahren in der Stadt und darüber hinaus bekannt geworden ist. Heinemann erinnert sich an die Anfänge: "Als wir 1995 die Selbsthilfegruppe Bandscheibenschäden (SHG) gründeten, fehlte selbst bei Ärzten noch vielfach das Wissen, was der Betroffene selbst tun kann", sagt er. Dabei sei das bei den meisten Erkrankungen das erste, was man mache: Nicht den Arzt aufsuchen, sondern sehen, was man selber machen kann, um sich Linderung zu verschaffen.
Das Interesse an der Arbeit der SHG wuchs stetig - nicht nur bei den regelmäßigen persönlichen Zusammenkünften, sondern auch per Telefon, E-Mail und Brief. "Allein seit dem Jahr 2000 habe ich bei etwa 6000 Kontakten Fragen beantwortet", blickt Heinemann zurück. Da schien es folgerichtig, 2006 die Arbeit der SHG in die Strukturen eines Vereins zu überführen, um sie zu verstetigen. Mit den Jahren allerdings nahmen die körperlichen und finanziellen Belastungen für Heinemann und seine Vorstände in einem Maße zu, das die Liquidation des Vereins ratsam erscheinen ließ.
Liquidation verzögert sich
Diese ist, aus verschiedenerlei Gründen, bis heute nicht abgeschlossen: "Bis heute existiert der Verein als Liquidationsverein", sagt Heinemann, den unterdessen die Frage viel mehr interessiert, wie es mit der Selbsthilfearbeit für Wirbelsäulen- und Bandscheibenerkrankte weitergeht: "Ich würde mein Wissen und das Informationsmaterial, das sich in der Zeit angesammelt hat, gerne an Interessierte weitergeben, damit sie meine Arbeit fortsetzen können", sagt Heinemann.
Interessierte an aktiver Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe Bandscheiben- und Wirbelsäulenerkrankungen können sich in der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Zwickau (Kiss, Ruf 0375 4401671, melden.

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