Crystal Meth hat Oldenburg erreicht

Horrordroge hat Oldenburg erreicht
Die Verbreitung von Crystal Meth nimmt zu. Es wird in Labors künstlich hergestellt. Zu den Erstkonsumenten gehören vor allem junge Menschen. Ein 17-Jähriger ist in seiner Schule bereits zusammengebrochen.

Horrordroge:
Crystal Meth macht sehr schnell abhängig und ist äußerst gefährlich für die Gesundheit. Der Stoff kann geschnupft, gespritzt oder geraucht werden.

OLDENBURG Die kleinen glitzernden Kristalle sehen völlig harmlos aus – doch Crystal Meth gehört zu den gefährlichsten Drogen der Welt. Der vorwiegend in tschechischen Rauschgiftlaboren hergestellte Stoff hat inzwischen auch Oldenburg erreicht. Dies bestätigen die Experten der Drogenberatungsstelle „Rose 12“.
Die Berater haben in den vergangenen Monaten eine „beunruhigende Zunahme“ des Konsums von Crystal Meth festgestellt. „Es gibt die Befürchtung, dass dies erst der Anfang sein könnte“, drückt „Rose 12“-Leiter Winfried Wigbers seine Sorgen aus. Es dürfte eine hohe Dunkelziffer geben.
Zu den Erstkonsumenten gehören vor allem junge Leute. Wigbers weiß vom Fall eines 17-Jährigen, der im vergangenen Jahr aufgrund einer Überdosis von Crystal Meth in der Schule zusammengebrochen war. Die Ursache wurde erst im Krankenhaus festgestellt. Das Methamphetamin führt laut Wigbers bei den Konsumenten innerhalb von wenigen Monaten zu erheblichen körperlichen und psychischen Schäden. Für die Suchthilfe seien diese Menschen nur schwer erreichbar, weil sie sich nicht in der Beratungsstelle meldeten, berichtet Drogenberater Tobias Lück. „Den Konsumenten geht jegliches Gefühl für Raum und Zeit verloren.“
Von den Süchtigen lässt sich Crystal Meth den Angaben zufolge schwerer kontrollieren als fast jedes andere Rauschmittel. Denn die Wirkung sei extrem stark. Zu den Konsumenten zählten vor allem Menschen, die enormen beruflichen Stress haben oder sich bei einer Feier einen extra Kick geben wollen.
In einer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass fast alle Konsumenten von Crystal Meth zuvor andere illegale Substanzen ausprobierten – vor allem Cannabis.
Und Cannabis (Haschisch und Marihuana) ist nach wie vor die Droge Nummer eins in Oldenburg, wie aus dem Jahresbericht von „Rose 12“ hervorgeht. Danach folgen Heroin und – mit größerem Abstand – Kokain und Ecstasy.
Im Vorjahr betreuten die Mitarbeiter von „Rose 12“ 867 Menschen mit Drogenproblemen – 15 mehr als 2012. Mit 69 betreuten Menschen hat sich der Anteil der Aussiedler erstmals seit Jahren wieder erhöht. Etwa jeder vierte Klient habe einen Migrationshintergrund. Ein 13-Jähriger war 2013 der jüngste Drogenkonsument in der Beratungsstelle an der Alexanderstraße.

Mehr dazu

Kommende Termine

Benutzeranmeldung