"Breaking Bad"-Chemikerin lockt Dresdner Studenten in die Uni

Chef-Beraterin der TV-Serie zu Besuch : "Breaking Bad"-Chemikerin lockt Dresdner Studenten in die Uni

"Breaking Bad" ist eine der beliebtesten Serien der vergangenen Jahre. Sie erzählt von einem an Krebs erkrankten Chemielehrer, der anfängt, mit der Droge Crystal Meth zu handeln, um seine teure medizinische Behandlung bezahlen zu können und dem Tod zu entgehen. Bei jungen Leuten hat die Geschichte längst Kultstatus und wie groß ihre Anziehungskraft wirklich ist, konnte man gestern in einem Hörsaal der Technischen Universität Dresden verfolgen. Dort war nämlich die wissenschaftliche Beraterin der Serie zu Gast.

Donna Nelson mit Studenten der Uni DresdenDer Saal 3 im Hörsaalzentrum an der Technischen Universität Dresden ist völlig überfüllt. Hunderte warten gespannt auf die Frau, die der Serie "Breaking Bad" letztlich Glaubwürdigkeit verliehen hat. Donna Nelson ist Chemie-Professorin an der University of Oklahama - und Hollywood-Beraterin. Jeder hier kennt die Serie, ein Student gesteht: "Ich habe alle Folgen gesehen." Und ein anderer hofft: "Ich habe gehört, sie ist die Chefberaterin und kann vielleicht sagen, was getürkt war und was echt."

Die Chemikerin hat die Lacher auf ihrer Seite
Dann beginnt Donna Nelson ihren Vortrag. Die kleine Frau im blauen Kostüm erzählt ihre Episoden, davon, was sie erlebt hat mit den Produzenten der Serie, an welchen Stellen ihre wissenschaftlichen Ratschläge sich in einzelnen Folgen wieder finden. Zum Beispiel, wie sie den Produzenten der Serie ein paar Grafiken chemischer Formeln geschickt hat. Als sie die Szene einspielt, in der Walter, der kranke Professor, der Drogendealer, genau diese Formeln als Tafelbild benutzt, hat sie die Lacher auf ihrer Seite.
Donna Nelson selbst ist sich vollkommen klar darüber, was an ihrer Vorlesung so interessant ist: "Die Studenten sind natürlich interessiert an der Serie und an Hollywood, und hier zu sein ist für sie die Gelegenheit, jemanden kennen zu lernen, der irgendwie an Hollywood teilgenommen hat."

Nelson will nicht nur unterhalten
Ernster Hintergrund: Crystal Meth ist nicht nur in der Serie eine tödliche Gefahr
Ihr eigentliches Anliegen aber, sagt Donna Nelson, sei ein anderes. Ein ernsthaftes: "Ich habe das schon oft gesagt, wir müssen zusammen arbeiten. Um die Öffentlichkeit dazu zu bringen, Wissenschaft positiv zu sehen. Aus irgendeinem Grund haben wir immer versucht, Menschen dazu zu bringen, wissenschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Aber es ist ein Unterschied, Wissenschaft als solche auch zu begrüßen. Wir müssen aber versuchen zu erreichen, dass die Öffentlichkeit Wissenschaft und ihre Ergebnisse tatsächlich auch befürwortet."

Organisatoren von der Resonanz überrascht
Die Veranstaltung haben die Mitglieder des so genannten Jungchemikerforums in Dresden und Freiberg organisiert. Mit einem ordinären Chemie-Thema hätten sie ganz sicher keinen solchen großen Hörsaal gefüllt, sagt Gordon Stachowski am Ende. Die Resonanz auf dieses Thema aber habe ihn selbst etwas aus der Bahn geworfen: "Als ich den Hörsaal organisiert habe, dachte ich ja, der wird maximal zur Hälfte voll. Aber im Endeffekt hat es sich eben über Facebook und die sozialen Netzwerke verbreitet, und wir sind natürlich ganz froh, dass es so gelaufen ist.

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