Soziale Faktoren beeinflussen Schizophrenie

Soziale Faktoren beeinflussen Schizophrenie

Soziale Deprivation (Entbehrung, Entzug), Bevölkerungsdichte und Ungleichheit stehen im Zusammenhang mit höheren Raten von Schizophrenie.

Dr. James Kirkbride ist der Hauptautor der Studie von der Universität von Cambridge, England. Er schreibt: "Obwohl wir schon wussten, dass Schizophrenie in einigen Stadtteilen häufiger vorkommt, war es unklar warum. Unsere Forschung behauptet, dass, je dichter, unterprivilegierter und weniger gleichwertig die Gemeinschaften sind, desto höhere Raten von Schizophrenie und anderen ähnlichen psychischen Störungen gibt es."

"Dies ist wichtig, weil andere Forschungsergebnisse zu vielen Gesundheits- und Gesellschaftsthemen gezeigt haben, dass es besser läuft, wenn Gesellschaften gleichwertigere Mitglieder haben".

An der Untersuchung waren 427 Menschen im Alter von 18-64 Jahre beteiligt; alle hatten eine erste Episode einer psychotischen Störung zwischen 1996 und 2000 in East London.

Die Forscher beurteilten ihr soziales Umfeld durch Betrachtung der Nachbarschaft, in der sie zu der Zeit lebten, als sie zuerst wegen einer psychotischen Störung in einer psychologischen bzw. psychiatrischen Einrichtung behandelt wurden.

Anhand der Zahlen vom Zensus aus dem Jahre 2011 schätzten sie die Bevölkerung im Alter von 18-64 Jahre zu jeder Nachbarschaft und verglichen sie dann die Auftretensraten zwischen den Nachbarschaften.

Das Auftreten von Schizophrenie (und anderen ähnlichen Störungen, bei denen Halluzinationen und Wahnvorstellungen das Hauptmerkmal sind) zeigte immer noch Variationen zwischen Nachbarschaften nach Berücksichtigung des Alters, Geschlechts, Ethnizität und Gesellschaftsschicht.

Drei Umweltfaktoren sagten das Risiko für Schizophrenie vorher: Gesteigerte Deprivation (beinhaltend: Arbeit, Einkommen, Bildung und Verbrechen) eine erhöhte Bevölkerungsdichte und eine Zunahme der Ungleichheit (Kluft zwischen Reich und Arm).

Die Studie zeigt auf, dass eine Zunahme von einem Prozentpunkt in entweder der Ungleichheit der Nachbarschaft oder Deprivation mit einer Zunahme des Auftretens von Schizophrenie und anderer ähnlicher Störungen von etwa 4 Prozent verbunden ist.

Dr. Kirkbride führt dazu aus: "Unsere Forschung fügt einem breiter und wachsenden Beweismaterial hinzu, dass Ungleichheit wichtig zu sein scheint bei vielen Gesundheitsproblemen; nun zeigt es sich, dass wohl auch schwere psychische Störungen auch dadurch beeinflusst werden. [..] Unsere Daten scheinen zu zeigen, dass sowohl absolute als auch relative Level der Deprivation das Auftreten von Schizophrenie vorhersagen.

Quelle: Schizophrenia Bulletin, Dez. 2012
Schizophrenia linked to social inequality

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