Tag gegen den Lärm

30. April

Ruhe, bitte! In Westeuropa führt der Verkehrslärm jährlich zu einem Verlust von einer Million gesunden Lebensjahren, sei es durch Erkrankung, Behinderung oder vorzeitigen Tod. Dieses alarmierende Ergebnis veröffentlichte das WHO-Europa-Büro Kopenhagen bereits im Jahr 2011.

"Lärm verursacht nicht nur Belästigung und Unterbrechung des Schlafs, sondern auch Herzinfarkte, Lernstörungen und Tinnitus", so die WHO.

Auf der Liste der die Krankheitslast vergrößernden Umweltfaktoren stehe Umweltlärm nach Luftverschmutzung an zweiter Stelle. Jeder dritte Bürger fühle sich tagsüber durch Lärm belästigt und jeder fünfte wird im Schlaf durch Straßen-, Schienen- und/oder Flugverkehr gestört, so die Studie.

Längst ist Lärm zu einer der Hauptbelastungen überhaupt geworden. Darum ruft die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) für den heutigen "Tag gegen den Lärm" auf.

Wir haben kaum mehr die Erfahrung von Stille gibt. Wer kann heute noch tatsächlich so grundlegende Erfahrungen zurück greifen? Die Erfahrung von dunkler Nacht oder tiefer Stille ist für die meisten so verloren gegangen wie Hunger oder das Gefühl zu frieren.

Auch in der EU fehlt eine Richtlinie für effektiven Ruheschutz. Weil die Karten nur den Lärm zeigen und nicht, ob eine lärmfreie Zone ein Acker oder eine Wohnstraße ist, zeigen sie auch nicht, wo die Ruhe geschützt werden müsste.

"Wir müssen die schützenswerten Ruhegebiete erst mal finden", so Matthias Hintzsche vom Umweltbundesamt. Längst ist also der Durchschnittsmensch gesättigt und eingehüllt von lärmender, beleuchteter Aktivität. Abgestumpft gegen Licht und Lärm.

Dass der "Tag gegen den Lärm" sich dieses Problems annimmt, ist gut. Dutzende von Aktionen bietet der Tag: Veranstaltungen der Tinnitus -Liga, Diskussionen zum Lärm in Klassenzimmer oder an Bahnstrecken.

Datum: 
Mittwoch, 30 April, 2014 (Ganztägig)

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