Gravierende Missstände in der Psychiatrie sind schnellstens zu beseitigen

Mückstein: Gravierende Missstände in der Psychiatrie sind schnellstens zu beseitigen

Österreichs Grüne fordern raschen Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Wien (OTS) - Der jüngst veröffentlichte Bericht der Volksanwaltschaft über das Jahr 2013 listet im Kapitel "Krankenhäuser und Psychiatrie" eine Reihe von Missständen und Menschenrechtsverletzungen auf. Es wurden 63 psychiatrische Krankenhäuser und sonstige Krankenhäuser besucht, wobei vorwiegend psychiatrische Abteilungen (42) kontrolliert wurden.

Die Volkanwaltschaft kritisiert u.a. mangelnde bauliche Standards für psychiatrische Krankenhäuser, die Verwendung von Netzbetten sowie den unqualifizierten Einsatz privater Sicherheitsdienste im Bereich freiheitsbeschränkender Maßnahmen.

"Mit der Verwendung von Netzbetten verletzt Österreich internationale
Menschenrechtsstandards", sagt Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin
der Grünen, und ergänzt: "Das Europäische Komitee zur Verhütung
von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder
Strafe (CPT) hat wiederholt empfohlen, Netzbetten als Mittel zur
Freiheitsbeschränkung aus dem Verkehr zu ziehen, allerdings ist
darauf zu achten, dass es dadurch nicht zum verstärkten Einsatz von
Medikamenten kommt."
Heftig kritisiert wird von den Grünen der Einsatz von privaten
Sicherheitsdiensten bei freiheitsbeschränkenden Maßnahmen.
"Nur mit ausreichendem und qualifiziertem Pflegepersonal kann der
gesetzliche Auftrag des Schutzes der Persönlichkeitsrechte von
Menschen mit einer psychischen Erkrankung erfüllt werden," meint
Mückstein und ergänzt: "Der Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten
im Bereich der Patientenbehandlung ist nicht zulässig und muss
sofort abgestellt werden."

Ein weiterer Kritikpunkt der Volksanwaltschaft ist die Aufnahme von
Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen in Erwachsenenpsychiatrien.
Auch im niedergelassenen Bereich fehlen die Ressourcen, in ganz
Österreich gibt es außerhalb der Spitalsambulanzen nur elf
niedergelassene ÄrztInnen mit Zusatzausbildung Kinder- und
Jugendpsychiatrie, die einen Kassenvertrag haben.
"Junge Menschen gehören nicht in Erwachsenenpsychiatrien. Kinder- und
Jugendliche mit psychischen Erkrankungen müssen in geeigneten
Abteilungen behandelt werden und auch der Mangel an FachärztInnen im
niedergelassenen Bereich muss beseitigt werden, um stationäre
Aufenthalte so kurz wie möglich zu halten", sagt Mückstein

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