Sachsens Grüne drängen auf Konzept gegen Crystal

Drogenstatistik 2013
Sachsens Grüne drängen auf Konzept gegen Crystal

Nach Veröffentlichung der Drogenstatistik verlangen Sachsens Grüne ein Konzept für den Kampf gegen die Modedroge Crystal. Der Freistaat sieht sich wegen der Grenznähe zu Tschechien mit dem Problem am stärksten konfrontiert.

Sachsen benötigt nach Ansicht der Grünen möglichst schnell ein Konzept im Kampf gegen die Modedroge Crystal. Die Droge stammt vor allem aus Drogenküchen in Tschechien und überschwemmt den Freistaat regelrecht. Am Ostermontag 2014 machten die Grünen es der Regierung zum Vorwurf, wertvolle Zeit verstreichen zu lassen. Die Regierung habe zwar im Dezember 2013 eine "Präventionsstrategie Crystal" angekündigt, doch ist seitdem nichts mehr davon zu hören, erklärte die Landtagsabgeordnete Elke Herrmann.

Ein solches Konzept bedürfe der Abstimmung mit den Kommunen. Die Landkreise und kreisfreien Städte seien mit dem Crystal-Problem überlastet. Das gelte nicht nur für den Bereich der Suchtkrankenhilfe, sondern auch für den der Kinder- und Jugendhilfe.

Mitte April 2014 sind alarmierende Zahlen über das Ausmaß des Crystal-Konsums in Sachsen und anderen Bundesländern publiziert worden. Allein 2013 haben sich im Freistaat rund 4.000 Suchtkranke wegen Crystal behandeln lassen. Das enstpricht nach Angaben der Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Crystal ist seit einigen Jahren das Problem Nummer eins bei den illegalen Drogen in Sachsen", sagte SLS-Leiter Olaf Rilke am 17. April 2014. Die meisten Hilfesuchenden sind im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Crystal ist in der Szene auch als Meth bekannt. Der Stoff wird in der Regel geschnupft und macht extrem schnell abhängig - nicht selten schon nach dem ersten Konsum. Crystal kann auch zu Herzversagen führen. Die synthetische Droge erzeugt Psychosen und Hirnschäden und tötet großflächig Nervenzellen ab, so dass die Betroffenen schon in jungen Jahren Symptome wie Alzheimer-Patienten zeigen. Nicht selten leiden die Abhängigen unter Verfolgungswahn, Gedächtnisstörungen und Angstzuständen. (dpa)

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