Mängel in Psychiatrie: Rundt räumt Probleme ein

Mängel in Psychiatrie: Rundt räumt Probleme ein

Nach Vorwürfen gegen das Ameos Klinikum Hildesheim hat Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) Probleme im Bereich der Versorgung psychisch kranker Patienten eingeräumt. Von außergewöhnlichen Zuständen in der betroffenen Klinik sei dem Ministerium jedoch nichts bekannt. Dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen hatten Mitarbeiter berichtet, dass das Pflegepersonal extrem überlastet sei. Es herrschten Angst und Unsicherheit bei Beschäftigten. Die Pfleger könnten ihren Aufgaben nicht mehr hinreichend nachkommen. Auch Patienten beschreiben gegenüber Hallo Niedersachen, dass Ansprechpartner auf den Stationen fehlen würden.

Ministerin Rundt stellt dazu fest: "Bei der letzten Überprüfung dieser speziellen Einrichtung ist nichts besonders Auffälliges gewesen." Die Ministerin ist der Meinung, die Klagen im Ameos Klinikum Hildesheim seien eher auf die Personalführung zurückzuführen. Servicegesellschaften kommen zum Einsatz und die Stimmung sei ganz offensichtlich schlecht. "Das, muss man sagen, ist leider nach der Privatisierung wirklich Trägerhoheit, wie da gehandelt wird. Da wird man sich Gedanken machen müssen, wie man damit besser umgeht."

Rundt meint überdies, die Situation in Hildesheim und anderen Einrichtungen sei der Politik von CDU und FDP in Niedersachsen geschuldet: "Das Grundproblem besteht natürlich darin, dass Schwarz-Gelb die Landeskrankenhäuser privatisiert hat und dass wir deswegen durchaus mit solchen Schwierigkeiten kämpfen müssen." Die rot-grüne Landesregierung ändere derzeit das Gesetz über Hilfen für psychisch Kranke: Den Mitarbeitern psychiatrischer Einrichtungen soll demnach der Weg eröffnet werden, Verstöße oder die unzureichende Behandlung von Patienten direkt dem Ministerium zu melden. Dies verkürze dann den ansonsten recht umständlichen Dienstweg.

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