Zahl der Alkoholsüchtigen steigt auf 1,8 Millionen

Deutschland-Statistik: Zahl der Alkoholsüchtigen steigt auf 1,8 Millionen

Der Missbrauch von Alkohol und Tabak ist in Deutschland so weit verbreitet, dass Experten Alarm schlagen. Es müsse dringend mehr Vorbeugung geben, fordern die Autoren einer neuen Studie. Millionen sind betroffen.

Innerhalb der letzten Jahre ist die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland deutlich gestiegen - auf knapp 1,8 Millionen. Besonders junge Erwachsene unter 25 sind verstärkt alkoholabhängig, ergibt eine Anfang 2014 veröffentlichte Erhebung des Instituts für Therapieforschung in München. 1,6 Millionen weitere Erwachsene trinken sehr viel, ohne jedoch nach den offiziellen Kriterien als abhängig eingestuft zu werden. 7,4 Millionen Bundesbürger gönnen sich mehr als die von Experten empfohlene Höchstmenge.

Der Drogenexperte Harald Terpe von den Grünen hat die Kernzahlen der Studie "Epidemiologischer Suchtsurvey" mit Daten aus dem Jahr 2012 öffentlich gemacht. Terpe gibt sich alarmiert. Seit 2006 stieg die Zahl der Alkoholabhängigen um 36 Prozent. Damals waren es nur 1,3 Millionen.
5,6 Millionen Bundesbürger gelten als tabakabhängig. Die Autoren der Studie vermerken, dass der Tabak unter allen Suchtstoffen am weitesten verbreitet ist, jedoch in der Suchthilfe kaum behandelt wird.

319.000 Erwachsene sind zudem von illegalen Drogen abhängig. Mindestens 2,3 Millionen Menschen sind süchtig nach Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Besonders ältere Menschen können sich leicht wegen der parallelen Einnahme verschiedener Medikamente und wegen der langen Einnahmedauer dauerhafte Schäden zufügen.
"Die hohe Verbreitung psychischer Störungen durch Alkohol und Tabak macht die Dringlichkeit der Umsetzung effizienter Präventionsmaßnahmen deutlich", verlangen die Studienautoren. Zudem soll der Medikamentenmissbrauch stärkere Beachtung finden. Terpe forderte den neuen Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) auf, "der Suchtprävention und -therapie mehr Energie als sein Vorgänger zu widmen".

Die Stichprobe der Studie umfasste 9084 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

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