Schärfere Sicherheitsvorkehrungen nach Ausbrüchen aus Psychiatrie

Schärfere Sicherheitsvorkehrungen nach Ausbrüchen aus Psychiatrie

In der Psychiatrie in Zwiefalten (Kreis Reutlingen) werden die Straftäter als Reaktion auf die Ausbruchs-Serie im letzten Quartal 2013 nachts in ihren Zimmern eingeschlossen. Das habe die Klinikleitung beschlossen, sagte der Chefarzt der Psychiatrie Hannes Moser am 14. November 2013. Der SWR hatte zuerst darüber berichtet.

In Vormonaten waren immer wieder Straftäter geflohen, die in der Psychiatrie wegen ihrer Suchtprobleme behandelt wurden. Drei hatten erst am 13. November 2013 ihre Betreuer überwältigt, ihnen die Schlüssel abgenommen und waren damit geflüchtet. Sie wurden allerdings schnell gefasst. Alle Ausbrüche ereigneten sich nachts.

Bis Mitte November 2013 hätten sich die Patienten nachts innerhalb der Station frei bewegen können - auch deshalb, weil sich auf den Zimmern keine Toiletten befinden, sagte Moser. Ein Krisenbereich, in dem die Zimmer über Toiletten verfügen und immer nachts verschlossen werden können, wurde zügig fertiggestellt.

In diesem Krisenbereich werden besonders schwierige Straftäter untergebracht - auch solche, die zurück ins Gefängnis verlegt werden sollen. Denn viele der geflüchteten Straftäter waren in dieser Situation und wollten ihre letzte Möglichkeit zur Flucht vor der Verlegung ins Gefängnis nutzen.

Die Sicherheitsumbauten in der Klinik kosteten 600 000 Euro. Zudem wurde die Videoüberwachung erweitert, Wände wurden verstärkt und Schleusen mit elektronischer Schließung installiert.

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