Rentenlücke in Thüringen - Die Rechnung kommt nach Arbeit

Rentenlücke in Thüringen - Die Rechnung kommt nach Arbeit

Neudietendorf 26/11/2013 „Arbeitswelt im Aufbruch – Faire Chancen für Frauen und Familien" – darüber möchte der Paritätische Thüringen zum Fachtag am 27. November 2013 in Erfurt gemeinsam mit Experten des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit, des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und des Landesfrauenrates Thüringen e. V. diskutieren.

Thüringen hat sie, die gut qualifizierte Frauen, die sich im gesamtdeutschen Vergleich überdurchschnittlich am Erwerbsleben beteiligen, heißt es beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Fast die Hälfte aller Beschäftigten in Thüringen sind Frauen. Die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen scheint in Thüringen kein Zukunftsziel zu sein, sondern gelebte Realität. Die Begleitstudie zum Kongress „Frauen machen Thüringen – Durchstarten in Wissenschaft und Forschung!" am 4.11.2013 bestätigt, dass mehr als die Hälfte aller Universitätsabschlüsse von Frauen gemacht werden. Doch während bundesweit immer mehr Frauen der Doktortitel verliehen wird, geht die Zahl der weiblichen Promovenden in Thüringen seit 2007 um fast fünf Prozent zurück. Und nur in jedem vierten Chefsessel Thüringens nimmt eine Frau Platz.
Dass die Einkommensperspektiven von Frauen nicht fair sind, zeigt die Rentenlücke. Die Differenz zwischen den Einkünften aus der Altersrente zwischen Männern und Frauen ist nicht nur für Westdeutsche Frauen ein Problem. Denn obwohl nahezu alle Thüringerinnen eigene Rentenansprüche erarbeiten, beziehen sie 36 Prozent weniger Altersrente als Männer. „Insbesondere die langfristigen Einkommensrisiken, die durch Pausen im Erwerbsverlauf und die zeitliche Reduzierung von Arbeitszeit für Kindererziehung sowie die Pflege von Angehörigen entstehen, gehen einseitig zulasten fairer Einkommensperspektiven der Frauen", meint Karin Kretschmer, Referentin für Frauen, Familie und Beratungsstellen beim Paritätischen.

Der Paritätische Thüringen setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, die Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Gemeinsam mit der Beauftragten für die Gleichstellung von Frau und Mann des Freistaates Thüringen und fünf Mitgliedsorganisationen wurde das „CORA-Netzwerk Thüringer Frauenzentren zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf" ins Leben gerufen. Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds werden an fünf Standorten in Thüringen noch bis zum Jahresende Maßnahmen umgesetzt, um Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen.

Quelle: PARITÄT Thüringen

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