Fakten zum Schulprojekt

Psychische Erkrankungen in Deutschland

Häufigkeit

Jeder Dritte hatte schon in seinem Leben eine psychische Krise oder Krankheit oder leidet noch daran. Psychische Krisen sind der Grund für jeden dritten Einsatz der Notärzte. Zwei bis vier Millionen Menschen im Jahr suchen einen
Psychiater auf. Von diesen werden 400.000 Menschen stationär behandelt.4 Millionen Deutsche leiden an einer bipolaren Erkrankung. 3 Millionen Menschen verfallen in eine Depression und fast eine Million sind von Schizophrenie betroffen, - also etwa ein Prozent der Bevölkerung. Jeder Zehnte erleidet zeitlebens eine Depression. Davon unternehmen 56 % einen Suizidversuch, der für jeden Vierten tödlich ausgeht.

20 Prozent der Menschen über 80 Jahren leidet an Demenz. Insgesamt sind es etwa 900.000 Betroffene und bis 2020 wird diese Zahl um die Hälfte zunehmen. Lediglich 35 Prozent der von psychischer Krankheit Betroffenen sucht auch wirklich professionelle Hilfe auf.

Bei Schülern

22 Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen psychische Auffälligkeiten, 46 Prozent Müdigkeit und Erschöpfung, bei 30 Prozent äußern sich schlechte Laune und Reizbarkeit und bei 25 Prozent Kopfschmerzen. Größte Angst der 9- bis 14-Jährigen ist das Versagen in der Schule.

Versorgung 

Die Basisversorgung speziell für chronisch erkrankte Menschen ist als unzureichend zu bezeichnen. Es gibt zu wenig niedergelassene Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Außerdem ist die psychiatrische Basisversorgung gänzlich unterfinanziert. Dem Arzt stehen nämlich im Quartal 40 Euro zu, was umgerechnet acht Patientenkontakte im Jahr sind. Immer weniger Ärzte müssen letzten Endes immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit behandeln. Es vergehen durchschnittlich sieben Jahre, bis ein Patient mit psychischen oder psychosomatischen Problemen die Hilfe bekommt, die er auch benötigt. Demgegenüber hat sich herausgestellt, dass eine rechtzeitige und bestmögliche Behandlung die Möglichkeit der Heilung enorm verbessert, Rückfälle vermeidet und sowohl Leid als auch Kosten erspart. Insbesondere für Menschen, die an Alzheimer oder Demenz erkrankt sind, bestehen einschneidende Defizite in der Versorgung.

Gesundheitsökonomische Aspekte

Laut Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen im DAK-Report von 2006 liegen jedem zehnten Fehltag seelische Erkrankungen zu Grunde. Depressionen und Schizophrenie zählen bei
Männern zu den zehn am meisten genannten Gründen für eine Frühverrentung. Depressionen sind der häufigste Grund von Frühverrentungen von Frauen. Gegenüber dem Jahr 2000 wurden bei Männern 23 Prozent mehr Anträge auf Rente
eingereicht und 41 Prozent  mehr Anträge wegen Schizophrenie. 2002 zwang die Depression mehr als 7600 Frauen in die Frührente. Das sind 37 Prozent mehr als im Jahre 2000. Etwa drei bis vier Prozent des Bruttoinlandproduktes werden
für psychische Probleme ausgegeben.

Psychisch kranke Menschen in unserer Gesellschaft

Im Allgemeinen geht die Bevölkerung davon aus, dass psychisch kranke Menschen gewalttätiger sind als Gesunde Menschen im medizinischen Sinne. Dies stimmt nicht. Auch geht die Allgemeinbevölkerung davon aus, dass psychisch kranke Menschen selbst schuld sind an ihrer Erkrankung. Auch diese Aussage ist barer Unsinn, weil sich kein Mensch seine Erkrankung aussuchen kann. Das Leben birgt nun mal Risiken und Herausforderungen.

Zwar stieg das Wissen in den letzten zehn Jahren enorm an, doch wuchs damit auch das Verlangen der Bevölkerung nach sozialer Distanz von den Betroffenen. 1990 konnten sich noch 80 Prozent der Bevölkerung vorstellen, mit einem an Schizophrenie Erkrankten zusammenzuarbeiten. 2001 waren es laut einer Studie von Prof. Angermeyer von der Universität Leipzig nur noch 70 Prozent.

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