Zuwendungen

Umgang mit Zuwendung

Die Art und Weise, wie das Kind Zuwendung erfährt, spielt in der kindlichen Entwicklung eine entscheidende Rolle. Körperliche und emotionale Zuwendung sind lebensnotwendig1. Dies wissen wir nicht nur nach dem makabren Experiment des Staufers Friederich II. mit sizilianischen W aisen­kindern2.
Die Behaviouristen gehen ja davon aus, dass der der Hunger nach Zuwendung die nahezu einzige Motivation für mensch­liches Verhalten darstellt. Auf jeden Fall spielen die Erfahrungen mit Zuwendung eine entscheidende Rolle dabei, welche Grund­überzeugungen das Kind über sich selbst, über andere Menschen und das Leben erwirbt. In Konsequenz dazu ist später jedes Bezugssystem mit seinen Grundüberzeugungen und manipulativen bzw. redefinierenden Interak­tionen immer auch mit einer bestimmten Zuwendungserwartung ver­knüpft.

Die verschiedenen Zuwendungsarten

Eine wichtige Voraussetzung für eine gute geistig-seelische und auch kör­perliche Entwicklung ist die Erfahrung einer unbedingten positiven Zuwen­dung, die an keinerlei Gegenleistung gebunden ist, so wie sie in der Regel der Säugling in der ersten Phase seines Lebens bekommt. Diese Zuwendung ohne Gegenleistung entspricht einer generellen Lebenserlaubnis nach dem Motto: „Schön, daß es dich gibt!" Diese Zuwendung fördert nun die Grundeinstellung „Du bist in Ordnung, wie du bist." Die unbedingte positive Zuwendung gilt der Existenz, dem Dasein ei­nes Menschen. Vermittelt wird die Zuwendung durch vielerlei Arten von Körper­kontakt wie Anfassen, Halten, Umarmen, Streicheln, Küssen, aber auch durch Anlächeln oder allein durch den liebevoll-fürsorglichen Klang der Stimme. Wer nun als Kind diese Art der Zuwendung entbehren mußte, hat im späteren Leben schmerzlich daran zu tragen.
Später werden die körperlichen Ausdrucksformen mehr und mehr er­setzt durch symbolische Gesten und sprachliche Ausdrucksformen. Wenige existentiell erleben wir unbedingt positive Zuwendung als Erwachsene zum Beispiel dann, wenn wir nach längerer Abwesenheit am Arbeitsplatz mit den Worten begrüßt werden: „Ich freue mich, Sie wiederzusehen!" oder „Schön, daß du wieder da bist!" Für das Leben in unserem kulturellen Umfeld erscheint es als angemessen, positive Zuwendung in der Hauptsache mit verbalen Ausdrucksformen zu vermitteln. Gleichzeitig erscheint es uns als ein Zeichen emotionaler Verarmung, wenn körperliche Ausdrucksformen zu früh oder zu weitgehend aus dem Re­pertoire zwischenmenschlicher Kontaktaufnahme verschwinden. Es scheint ganz so, dass uns wichtig ist, stimmige Formen für den körperlichen Aus­druck positiver Zuwendung zu einem selbstverständlichen Bestandteil unserer Lern- und Beratungskultur werden zu lassen.

Dann gibt es noch die bedingte positive Zuwendung. „Ein Glück, dass Sie wieder da sind. Den Bereich X erledigt einfach keiner so gut w ie Sie!" oder gar „Endlich bist du wieder da, w ir ersticken schon fast in Arbeit". Dabei handelt es sich um abgestufte For­men positiver Zuwendung, die mit einer bestimmten Bedingung ver­knüpft sind (in den Beispielen: die besondere Fähigkeit in einem Spezial­bereich oder einfach die Fähigkeit, etwas mit wegzuschaffen). Diese Art der Zuwendung fördert die Grundeinstellung „Du bist in Ordnung, wenn du ... (dich nach mir richtest, das und das tust, etc.)" Das Spektrum dieser Zuwendungsart reicht außerordentlich weit. Es geht von kraftvollen und überzeugenden positiven Rückmeldungen („Es ist ganz toll, wie du bist, aussiehst, das und das kannst, machst, etc.") bis zu sehr ausgedünnten Formen, in denen das positive Element schon fast 'mit der Lupe' zu suchen ist („Das war eine akzeptable Leistung." „...gar nicht soo schlecht!"). Wir bekommen dann bedingte positive Zuwendung, wenn wir den Vorstellungen, Erwartungen und Anforderungen unseres sozialen Umfelds entsprechen. Es besteht also ein Bezug zu bestimmten Eigenschaften, Fähigkeiten und Verhaltensweisen. Diese Zuwendungsart gilt nicht dem Da-sein, sondern dem So-sein eines bestimmten Menschen. Sie dient damit der
(notwendigen) Anpassung an die Regeln des sozialen Verbandes.

Ähnlich erfüllt auch die bedingte negative Zuwendung ihren Zweck, die uns dann entgegengebracht wird, wenn wir den Wünschen unseres Umfelds einmal nicht entsprochen oder uns entgegen den gültigen Normen verhal­ten haben. Diese Form gilt ebenfalls dem So-sein, und bezieht sich auf bestimmte Eigenschaften oder Verhaltensweisen. Der betroffene Mensch erfährt eine kräftige Portion Beachtung, die sich aber eher wie ein mehr oder minder leichter Stromstoß anfühlt. Es kommt zur Förderung der Grundeinstellung „Du bist nicht in Ordnung, da du nicht ...
(dich nach mir richtest, dies und das tust, etc.)" „Da bist du ja endlich. Du hast für uns ja lauter Problemfälle aufgespart. Das machst du bitte nicht noch einmal!"
Kritische Hinweise, Ermahnung und Strafe gehören zu dieser Art von Zuwendung, die unverzichtbar ist als Korrektiv und um in vielen Situationen klare Grenzen zu setzen. Ein Kind, das - egal was es auch immer anstellt - stets bedingungslos positiven Zuspruch erfährt, entwickelt sich letzten Endes zu einem lebens­untüchtigen Menschen. Zur Entwicklung einer angemessenen Selbsteinschätzung gehören nämlich unterschiedliche Arten von Zuwendung, mitunter die bedingt negative. Diese sollte auf der Basis eines reichen Vorrats an positiver Zuwendung als gezielte Ergänzung Verwendung finden.

Besonders vertrackt sind die zahlreichen Mischformen aus positiver und negativer Zuwendung. Unser Beispiel könnte lauten: „Ein Glück, dass du wieder da bist - du hast uns ja ganz schön hängen lassen!" Typi­scherweise folgt in dieser Mischform auf einen guten Beginn eine 'kalte Dusche', oder es ist ein zunächst kaum spürbarer Haken, ein schlechter Beigeschmack enthalten. Beispiele: „Eine hervorragende Arbeit - für dei­ne Verhältnisse" oder „Ich habe mich sehr über deinen Brief gefreut. W enn du doch nur öfter schreiben würdest."
Solche Mischformen gehören in das große Arsenal der Formen ver­rücktmachender Kommunikation. Die Entwicklung von Vertrauen und Selbstvertrauen werden verhindert. Der Empfänger solcher doppelten Bot­schaften (double bind3) verinnerlicht den positiven Aspekt nicht, da er mit Abwertung und Schmerz verbunden ist, und er setzt sich mit dem kritischen Teil nicht klar auseinander, da er verbrämt und verwickelt ist. Gefördert wird die Grundeinstellung gefördert „Du bist nicht richtig in Ordnung, was immer du auch tust... "

Noch problematischer und dennoch weit verbreitet ist die bedingungslo­se negative Zuwendung. „Ach, da bist du ja. Ist gar nicht aufgefallen, dass du weg warst." Oder verschärft: „Es war hier viel besser, als du nicht da warst." Wir erfahren einen ausschließlich destruktiven Effekt, da dem Adressaten keinerlei Chan­ce gelassen wird. Die Grundeinstellung wird gefördert „Du bist nicht in
Ordnung, egal was du tust - es wäre besser, wenn es dich nicht gäbe."
Die bedingungslose negative Zuwendung sollte in der menschlichen Kommunikation überhaupt nicht vorkommen. Auch diese Zuwendungsart beinhaltet Stimuli, die als (negative) Beachtung für die Existenz erlebt wer­den und dem jeweiligen Menschen dabei helfen können, sich lebendig zu fühlen. Also übt selbst diese Zuwendungsart eine lebenserhaltende Funktion aus; manchmal wird sie geradezu provoziert, wenn keine andere Zuwendungsart verfügbar ist. Das bloße Ignorieren der eigenen Existenz wird von vielen Menschen als noch bedrohlicher empfunden.

Die Konsequenzen für das spätere Kommunikationsverhalten

Als Kinder und Erwachsene bekommen wir eine Mischung aller besprochenen Zuwendungsarten. Häufig überwiegt jedoch in unserer Erzie­hung die eine oder andere Sorte. Ein Kind braucht, um das nötige Maß an Beachtung zu finden und um sich lebendig zu fühlen, Zuwendung. Deshalb begreift es aus dieser Notwendigkeit heraus sehr schnell: „Diese Art von Zuwendung ist hier in dieser Familie am ehesten zu bekommen, also sozusagen für mich reserviert." Daraus ergibt sich dann konsequenterweise die Überlegung: „Wie bekomme ich mehr davon?" Die Schlußfolgerungen des Kindes zu dieser Frage bilden einen wichtigen Schlüssel zum Verständnis seines späteren Verhaltens.

Ein Beispiel:

Ein Kind, nennen w ir es Karl, wächst in einer Familie auf, in der Erfolg und Wohlverhalten wie selbstverständlich erwartet werden. Karl hat ei­nen älteren Bruder, der die elterlichen Anforderungen mühelos erfüllt, dafür eine gewisse Anerkennung bekommt und ihm als Modell vor Augen geführt w ird. Sich mindestens ebenso wohlzuverhalten, erfährt keine be­sondere Würdigung. Daher ist positive Zuwendung für Karl kaum er­reichbar, sie kommt in seinem Zuwendungshaushalt kaum vor. Er be­kommt dagegen immer dann Aufmerksamkeit, wenn er nicht den Erwar­tungen entspricht, zum Beispiel wenn er seine Aufgaben nicht schafft,trödelt oder sich tolpatschig verhält. Seine Schlußfolgerung ist in diesem Fall naheliegend: Ich muß nur oft genug etwas falsch machen, dann wer­den die anderen schon auf mich aufmerksam und meine Existenz wahr­nehmen müssen. Durch die Reaktionen der anderen entwickelt er die Crundüberzeugung, daß er eigentlich nichts taugt und die anderen es nicht gut mit ihm meinen. Durch sein Verhalten trägt er dazu bei, daß er sich in dieser Grundüberzeugung immer neu bestätigt sehen kann, womit seine Kontakte zu anderen Menschen erheblich kompliziert werden.
Wird Karl nun unvermittelt einmal gelobt, so entspricht dies nicht sei­ner Zuwendungserwartung, und er gerät in einen Konflikt. Er muß ent­weder sein destruktives System verlassen (und die positive Zuwendung auf sich beziehen und annehmen), aber dadurch würden seine vielfach erhärteten Grundüberzeugungen ins Wanken geraten. Oder er muß die positive Zuwendung zu negativer Zuwendung ummünzen, damit sie in sein System paßt. Er wird vermutlich die zweite Lösung wählen. Denn negative Zuwendung fühlt sich zwar nicht gut an, sie ist ihm aber ir­gendwie seit langem vertraut und 'paßt' zu ihm. Kritik besitzt deshalb für ihn von vornherein eine wesentlich größere Glaubwürdigkeit als Lob.

Bestimmte Menschen winden sich bei ehr­lich gemeintem Lob wie unter Schmerzen, sie halten sich innerlich die Ohren zu und bitten darum, aufzuhören. Letzteres ist dann der Fall, wenn sie es nicht schaffen, das Lob innerpsychisch im Sinne ihres Sy­stems umzudeuten, indem sie sich beispielsweise sagen, daß die anderen lügen oder manipulative oder ausbeuterische Hintergedanken haben.
Auffallend dabei ist die abwertende und indirekt aggressive Komponente dieser Unterstellungen. Ein solches Verhalten weist allerdings auf eine gravierendere Persönlichkeitsstörung hin.
Innerhalb von Familien sowie anderen formellen oder informellen Gruppen läßt sich bei systemischer Betrachtung beobachten, wi Men­schen ganz bestimmte 'Zuwendungsnischen' ausnutzen. Da gibt es etwa die Rollen des Klassenclowns, des Tolpatschs, des Prügelknaben, des Musterschülers etc. So kann für den Zweitgeborenen die Rolle des Musterkindes schon vergeben sein. Anstatt in Ri­valität um positive Zuwendung zu treten, wählt sich dieses Kind die Rolle des Sorgenkinds oder des schwarzen Schafes, in der es von den Eltern akzeptiert und bestätigt wird („unser Sorgenkind", „unser kleiner Tol­patsch" etc.) und konkurrenzlos mitleidige bzw. negative Zuwendung er­hält.

Hinweise zum Umgang mit Zuwendung

in Gesprächssituationen

Der Umgang mit Zuwendung ist einer der wichtigsten und zugleich sen­sibelsten Bereiche der Gesprächsführung. Der Wunsch nach Beachtung und Zuwendung ist zum Einen der wichtigste Motor für das Verhalten in sozialen Kontexten. Zum Anderen bringen alle Menschen ihr individuelles Zuwendungsmuster mit, das mit ihrem eigenen Bezugsrahmen eng verknüpft ist. Somit ist es geboten, einen Weg zu finden, die positive Kraft des Umgangs mit Zuwendung für die Entfaltung der Person zu nutzen, ohne die Grenzen zu überschreiten, die aus den individuell und kulturell
bedingten Normen resultieren. Wichtige Voraussetzung für einen be­reichernden und zugleich angemessenen Zuwendungsstil ist es etwa, sein eigenes mitgebrachtes Zuwendungsprofil kennenzulernen und zu reflektie­ren.

Hinweise zum Umgang mit Zuwendung
  1. Zuwendung geben für:
    • klares Denken,
    • echte Gefühle,
    • Autonomie,
    • Kreativität, Humor und Spiel,
    • und ganz besonders für positive Neuentscheidungen, Veränderungen und Fortschritte.
  2. Keine Zuwendung geben für:
    • Jammern, ungebetene Hilfe und Anklagen,
    • ausbeuterisches Verhalten (zum Beispiel für beleidigten Rückzug).
  3. Darauf achten, daß die Zuwendung angenommen wird:
    • auf die Körperreaktion, speziell auf den Atem achten (viele Menschen halten die Luft an, wenn sie positive Zuwendung bekommen, und las­sen sie damit nicht an sich heran);
    • aufmerksam machen, wenn positive Zuwendung abgewertet wird;
    • auch Vergleiche („Verglichen mit X ist das doch gar nichts besonderes") enthalten oft Abwertungen und sollten vermieden werden;
    • am Schluß Bilanz ziehen lassen: „Was hast du gehört und gespürt? Was nimmst du mit?"
  4. Auf das richtige Maß an Zuwendung achten:
    • eine Überschüttung mit Zuwendung (auch mit positiver) vermeiden;
    • dazu ermutigen, ggf. Zuwendung zurückzuweisen, die nicht berechtigt oder unrealistisch ist;
  5. Sorgen Sie dafür, daß auch Sie selbst als Beraterin genügend Zuwendung bekommen.

Anregungen zur Selbstreflexion:

  1. Welches Sprichwörter bzw. welcher Slogan fällt Ihnen spontan zum Thema Zuwendung ein?
  2. An welche Regeln über den Umgang mit Zuwendung erinnern Sie sich aus Ihrer Kindheit?
  3. Wie war der Austausch von Zuwendung in Ihrer Kindheitsfamilie? Wie reichhaltig wurde Zuwendung verteilt, und welche Art dominierte?
  4. Wie gehen Sie selbst heute mit Zuwendung um - im privaten bzw. beruflichen Bereich?
  5. Wenn Ihre Mitarbeiterinnen (oder Kolleginnen) Ihren Umgang mit Zu­wendung beschreiben sollten, was würden sie berichten können ?
  • 1. Spitz, R.: Die Entstehung der ersten Objektbeziehungen. Klebt, Stuttgart 1957
  • 2. Versuche zur Sprachentwicklung (Kaspar-Hauser-Versuche). Friedrich II. von Hohenstaufen (26.12.1194 bis 13.12.1250, römischer Kaiser, deutscher König, König von Jerusalem und Sizilien, Naturbeobachter, Verhaltensforscher und Schriftsteller) wird ein solcher Versuch zugeschrieben (Eberhard Horst, 1975): “Der Kaiser wollte die ursprüngliche Sprache der Menschheit herausfinden. Deshalb ließ er einige neugeborene Kinder ihren Müttern wegnehmen und an Pflegerinnen und Ammen übergeben. Sie sollten den Kindern Milch geben, daß sie an den Brüsten saugen könnten, sie baden und waschen, aber keinesfalls mit ihnen kosen und zu ihnen sprechen. Er wollte nämlich untersuchen, ob sie (nach ihrem Heranwachsen) die hebräische Sprache sprächen, die älteste, oder die griechische oder die lateinische oder die arabische oder aber die Sprache ihrer Eltern, die sie hervorgebracht hätten. Aber er mühte sich umsonst, weil alle Kinder starben ... Denn sie können ohne das Patschen und das fröhliche Grimassenschneiden und die Liebkosungen ihrer Ammen und Ernährerinnen nicht leben.” Von einem ähnlichen Versuch des Pharao Psammetich im 7. Jh. v. Chr. berichtet der altgriechische Geschichtsschreiber und Reiseschriftsteller Herodot (ca. 485 – 425 v.Chr.) in seinen Büchern zur antiken Geschichte. Auch hier ging es um die Ursprache der Menschheit. Aber gerade die Tatsache, daß ein solcher Versuch ein zweites Mal in der Geschichte unternommen worden sein soll, läßt die Historiker aufhorchen. Salimbene von Parma, der einzige Chronist von Friedrichs Waisenkinderversuch, stand in politischer Gegnerschaft zum Kaiser. Daraus schließt die Fachwelt, daß der berichtete Versuch so nicht stattfand. Es wird vermutet, daß hier Friedrich II., dem verbürgten Autoren des Falkenbuchs (De arte venandi cum avibus), eine unmoralische Vorgehensweise und rücksichtslose Wißbegier unterstellt werden sollte. Aufgrund der wissenschaftlich-empirischen Vorgehensweise (diese sollte in Mißkredit gebracht werden), hatte das Falkenbuch Gültigkeit bis ins 18. Jahrhundert, in Teilen bis heute. Der Waisenkinderversuch von Friedrich II. eignet sich damit aus Sicht der Wissenschaft besser für die Teilbereiche Geschichte der Psychologie und Politische Psychologie als für den der Pädagogischen Psychologie.
  • 3. Die Doppelbindungstheorie (engl. double bind theory, franz. double-contrainte) ist eine kommunikationstheoretische Vorstellung zur Entstehung schizophrener Erkrankungen. Die Theorie wurde von einer Gruppe um den Anthropologen und Kommunikationsforscher Gregory Bateson entwickelt. Sie identifizierten (im Gegensatz zu bis dahin geltenden intrapsychischen Hypothesen) Beziehungsstrukturen, die in der Folge zu Verhaltensformen führen können, die als Schizophrenie bezeichnet werden, und prägten für diese den Ausdruck double bind.
    Die Doppelbindungstheorie beschreibt die lähmende, weil doppelte, Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale und deren Auswirkungen. Die Signale können den Inhalt der gesprochenen Worte betreffen, oder Tonfall, Gesten und Handlungen sein.

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