Kommunikations- und Beratungsstrategien

Kommunikations- und Beratungsstrategien

  • Selbst- und Fremdwahrnehmung (Persönlichkeitseigenschaften der Beraterinnen)
  • MiniMax-lnterventionen
  • Was man in Beratungssituationen nicht tun sollte
  • Weitervermittlung / Möglichkeiten der Psychotherapie
  • Weitervermittlung / Möglichkeiten der Soziotherapie
  • Rehabilitationshinweise
  • Literaturtipps

MinilMax - Interventionen

  • „In der Vergangenheit"
  • Nicht „ob" sondern „wie ...?“ und „welche ...?“
  • „Sondern"
  • „Immer“ stimmt bei Symptomen nie
  • ... noch nicht
  • Konstruktive „W -Fragen
  • „Angenommen, Sie würden ...“
  • „Mit dem bewussten Verstand konnten Sie bisher nicht

„In der Vergangenheit...“

Der kleine Zusatz „in der Vergangenheit" ist fast immer sinnvoll, wenn man mit jemanden über seine Probleme und Schwächen redet. Damit unterstreicht man sein Verständnis für den anderen. Diese Satzeinleitung zeigt an, dass es in Zukunft um einen besseren Weg und eine Lösung geht und hilft sich dafür zu öffnen.
Beispiel: „In der Vergangenheit fiel es Ihnen schwer sich gegenüber dem unangenehmen Kollegen ab­zugrenzen, in der Zukunft kann das ja anders sein“ .

Nicht „ob" sondern „wie ...? “ und „weiche ...? “

Es geht darum, jemanden zu helfen Entschei­dungen zu finden und ihn beim Suchen in be­stimmten Richtungen zu unterstützen. Das kann durch das Wort „ob“ erschwert werden.

Beispiel: „Ich wüsste gern, ob Sie sich schon Gedanken darüber gemacht haben, was mit der stationä­ren Reha erreicht werden kann“
Im ungünstigsten Fall denkt jemand nicht lange nach und antwortet erst einmal m it „Nein“ . Da­durch w ird die Situation als schlimmer und schwieriger erlebt.
Besser: „Welche Gedanken haben Sie sich schon über die stationäre Reha gemacht?“ „Wie könnten Ihrer Meinung nach weitere Schritte zur Rückkehr in den Arbeitsprozess aussehen?“
Es geht darum herauszufinden, wo Hoffnung vorhanden ist und wie man sie verstärken kann.

„Sondern . . . ? “

Die meisten Menschen wissen sehr gut, was ,sie nicht wollen. Positiv zu sagen, was man will, fällt dagegen oft sehr schwer. Ziele, die man kennt und benennen kann, sind aber sehr viel leichter zu erreichen. Es ist hilfreich, jemanden bei der positiven Formulierung von Zielen durch das W ort „sondern“ zu unterstützen.

Beispiel: „Sie wollen also nicht mehr ..., sondern ...? “ Man lässt den Satz offen und schaut den ande­ren fragend und interessiert an (gegebenenfalls sind W iederholungen notwendig).
Beispiel: „Letzte Woche ging es m ir nach dem Arztbe­such gar nicht mehr so schlecht“ . „Sondern? Wie ging es Ihnen?

„Imm er“ stimm t bei Symptomen nie

Bei der Schilderung von Problemen uns Sym­ptomen benutzen viele gern das W ort „immer“ („Ich bin immer so depressiv“ , ich habe immer so Kopfweh“ ) Das W ort „immer“ macht das Problem in der Regel schlimmer als es tatsächlich ist, weil es behauptet, dass es in der Vergangenheit „immer“ aufgetreten sei. Außerdem verführt es da­zu anzunehmen, dass man es „im mer“ haben wird.
Hilfreich ist es, ein Problem auf seine tatsächli­che Größe zu reduzieren, damit es als möglichst klein erlebt w ird und dadurch lösbarer wird. Hierbei sind „In der Vergangenheit“ und „oft“
sinnvoll.

Beispiel: „In der Vergangenheit waren Sie oft depressiv. Wann waren Sie weniger depressiv und wann gar nicht?“

„noch n ic h t...“

Angenommen, Sie würden unter der Last lei­den, die Ihre Arbeit zeitweise mit sich bringt. Vielleicht würden Sie das mit dem Satz ausdrücken „Ich finde meine Arbeit immer so schwer" Ein verständnisvoller Gesprächspartner könnte antworten: „Sie haben noch nicht genügend Wege gefunden wie man es sich etwas leichter machen kann.“

Mit Hilfe der beiden W örter „noch nicht kann die Aufmerksamkeit auf Potenziale, Möglichkei­ten und Chancen gerichtet werden:

  • Probleme sind noch nicht gefundene Lösungen
  • Schwächen sind „Noch-nicht-Stärken“
  • Unfähigkeit ist eine „Noch-nicht-Fähigkeit“
  • Blockaden sind noch nicht gefundene Wege oder Strategien

Konstruktive „W-Fragen“

Mit klug gestellten Fragen lässt sich die Auf­merksamkeit des Gesprächspartners in nützli­che Richtungen lenken und auch das gemein­same Suchen nach Lösungen und Ressourcen lässt sich durch Fragen gut fördern.
Man sollte keine „Ja-Nein-Fragen“ stellen bzw. Fragen, die „Ja-Nein-Antworten“ erlauben, da die meisten Menschen in Problemsituationen zu destruktiven „Nein-Antworten“ neigen. Besser sind kleinschrittige, offene „Konstrukti­ve W-Fragen“ :

  • Welche Ideen haben Sie zur Verbesserung der Situation?
  • Wie war das als Sie nicht depressiv waren?
  • Was könnte man zunächst unternehmen,um dieses Ziel zu erreichen?
  • Welche Fähigkeiten haben Sie, die Ihnen in dieser schwierigen Situation helfen könn­ten?

Angenommen, Sie würden ..."

Man kann die Aufmerksamkeit des Gesprächs­partners in konstruktive Richtungen lenken, wenn man Fragen nach zwei oder mehr wün­schenswerten Alternativen stellt:

„Angenommen, Sie würden in ganz neuer Rich­tung nach Lösungen für Ihr Problem suchen,würden Sie dann eher noch mehr in sich gehen und auf das achten, was Ihr Inneres an Ideen
entwickelt, oder würden Sie eher verstärkt mit anderen über Ihr Problem sprechen und be­sonders auf das achten, was sich daraus an Nützlichem ergibt? Oder würden Sie auf eine
ganz andere Art und Weise zu neuen Lösungs­ansätzen kommen?“

Es geht hierbei darum

  • den Gesprächspartner auf neue Gedanken zu bringen
  • Anregungen und Vorschläge kunden­freundlich zu verpacken
  • die Aufmerksamkeit in nützliche Richtun­gen zu lenken
  • Den Gesprächspartner in lösungs- und besserungsträchtige Suchprozesse zu in­volvieren

„Mit dem bewussten Verstand konnten Sie bisher nicht..."

Es kommt immer wieder vor, dass Betroffene schildern, dass Sie etwas Wünschenswertes nicht können: „Ich kann mich nicht durchset­zen...“ oder „Ich weiß nicht, wie ich das besser
machen könnte...“ Eine weitere Beratungsstrategie kann es sein, darauf hinzuweisen, dass der Gesprächspart­ner zwar mit seinem bewussten Verstand denkt, er könne oder wisse etwas nicht, Hoff­nung und Besserungsmöglichkeiten aber in seinem Unbewussten liegen können.
Die meisten Betroffenen akzeptieren dies und können den Hinweis als Hoffnungszeichen an­nehmen. Aufzufordern hierüber nachzudenken kann ihnen helfen, auf neue Gedanken, Ideen
und Möglichkeiten zu kommen.

Was man in Beratungsgesprächen nicht tun sollte

  • keine schnellen Deutungen, wohl aber Hypothesen anbieten
  • keine Ratschläge geben, sondern grundsätzlich selbst Lö­sungen finden lassen
  • keine Lösungsvorschläge anbringen, ehe man nach eigenen Lösungsversuchen gefragt hat
  • nicht zu schnell verstehen wollen, sich eher naiv stellen
  • sich nicht als alles verstehender Experte anbieten, sondern Verstehen zum gemeinsamen Programm machen
  • nicht nur nach Problemen fragen, sondern auch nach den Kompetenzen, die bisher geholfen haben, die Probleme zu meistern
  • nicht alles als selbstverständlich hinnehmen, sondern Selbstverständlichkeiten hinterfragen

Möglichkeiten der Psychotherapie

Überblick: Die Psycho-Berufe

  • Psychotherapeut dürfen sich Psychologen, Mediziner und Heilpraktiker nennen, die eine Ausbildung und/oder (bei Heilpraktikern) Prüfung absolviert haben, die es ihnen ermöglicht, Psychotherapie anzubieten. Unter Psy­chotherapie versteht man alle Verfahren, die das Ziel haben, die Psyche mit den Mitteln der Psyche von Störun­gen zu heilen. Die bekanntesten und von den Versicherern anerkannten Verfahren sind die Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie, die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse. Entsprechend heißen Psychothera­
    peuten die eines dieser Verfahren ausüben (also z. B. Psychoanalytiker, Verhaltenstherapeut oder tiefen­psychologischer Psychotherapeut).
  • Psychologen haben einen eigenständigen Universitäts-Studiengang „Psychologie“ absolviert, der sich ausführ­lich mit dem menschlichen Erleben und Verhalten befasst, und diesen mit einem Universitäts-Diplom oder einem Bachelor/Master (neuerdings) abgeschlossen. Das Psychologiestudium ist vom Medizinstudium unabhängig und enthält neben der Klinischen Psychologie, die sich mit psychischen Störungen befasst, auch normalpsychologi­sche Gebiete wie Arbeitspsychologie, Pädagogische Psychologie, Religionspsychologie oder Sozialpsychologie.
    Schnittmengen zur Medizin finden sich in der medizinischen Psychologie, Biopsychologie, Neuropsychologie, Ge­sundheitspsychologie oder der so genannten Verhaltensmedizin.
  • Psychiater sind Mediziner, also Absolventen eines Medizinstudiums, die daran anschließend eine Facharztaus­bildung für Psychiatrie angeschlossen haben. Psychiater sind an und für sich keine Psychotherapeuten, wenn sie nicht auch noch eine entsprechende Zusatzausbildung absolviert haben. Die für sie heutzutage typische Be­handlungsmethode ist nicht primär die Heilung der Psyche durch die Psyche, sondern die Verordnung von Medi­kamenten (Psychopharmaka).
  • Psychologische Psychotherapeuten: Diese etwas hölzerne Bezeichnung dürfen nur Psychologen führen, die zusätzlich zu ihrem Studium eine Ausbildung zum Psychotherapeuten absolviert haben und diese Ausbildung mit der Approbation, der Genehmigung zur eigenständigen heilkundlichen Tätigkeit, abgeschlossen haben. Psycho­logische Psychotherapeuten haben sich bereits in einem mehrjährigen Universitätsstudium speziell mit der menschlichen Psyche und teilweise auch ihren körperlichen Bezügen befasst. Zusätzlich müssen Sie eine drei-bis fünfjährige Zusatzausbildung zum Psychotherapeuten absolvieren, bei der die geforderten Theorie- und Praxisstunden genau festgelegt sind (insgesamt 2400 Praxisstunden, 600 Theoriestunden sowie zusätzliche Selbsterfahrungs- und Supervisionsstunden).
  • Der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut hat eine spezialisierte Ausbildung für die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen absolviert Zuvor muss er ein Studium entweder als Psychologe oder Pädagoge/Sozialpädagoge abgeschlossen haben.
  • Neurologen sind ebenfalls Mediziner und beschäftigen sich nicht mit der Psyche, sondern mit den Nervenzellen und -bahnen im Gehirn und den übrigen Körperteilen. Sie sind also reine „Körperärzte“ und haben an und für sich mit „Psycho“ nichts zu tun.
  • Nervenarzt ist eine etwas ungenaue Bezeichnung, die manchmal als deutsche Übersetzung des Begriffs Neuro­loge verwendet wird. Manchmal ist aber auch der früher übliche „große Nervenarzt“ damit gemeint, der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie ist.
  • Der Facharzt für psychotherapeutische Mediän beziehungsweise der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist wiederum ein Mediziner, der sich in einer Facharztweiterbildung nicht auf die medikamentöse, sondern auf die psychotherapeutische Behandlung seelischen Leidens konzentriert hat. Wie al­le Mediziner haben sie ein umfassendes Medizinstudium absolviert, in dem es allerdings ganz überwiegend um den Körper und seine Probleme geht. Psychiatrie und medizinische Psychologie machen zusammen nur etwa
    5% des Medizinstudums aus. In einer anschließenden Facharztausbildung müssen sie vergleichbare Anforde­rungen erfüllen wie andere Fachärzte auch, nämlich eine in Form der Dauer der Ausbildung gemessene und ge­prüfte theoretische und praktische Weiterbildung. Eine bestimmte Zahl von während dieses Zeitraums abzuleis­tenden Theorie- oder Praxisstunden wird in den Weiterbildungsordnungen jedoch - anders als bei Psychologen - nicht gefordert.
  • Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (und entsprechend für Kinder: Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie) ist sowohl Psychiater als auch Absolvent einer Psychotherapieaus­bildung. Die Zusatzbezeichnung Psychotherapie dürfen Ärzte anderer Facharztgruppen nach einer Weiterbildung führen, die allerdings weit weniger umfassend ist als eine Facharztweiterbildung. Dies erkennen Sie daran, dass auf dem Praxisschild „Psychotherapie“ ohne weitere Angaben wie „Facharzt für...“ zu lesen ist.
  • Heilpraktiker für Psychotherapie sind Heilpraktiker (in der Regel also weder Absolventen eines Medizin- noch eines Psychologiestudiums), die eine Heilerlaubnis für den psychotherapeutischen Bereich erlangt haben.

Informationen für die Suche nach psychologischer Hilfe

Wie komme ich zum Psychotherapeuten?

Lassen Sie sich durch die Fülle der verschiedenen Psychotherapieangebote nicht verwirren. Die Su­che nach dem individuell passenden Therapeuten1 setzt leider viel Eigeninitiative voraus.
Suchen Sie sich bei den unten angegebenen Informationsquellen einige Psychotherapeuten heraus. Beachten Sie: wählen Sie am besten einen Psychotherapeuten, der die Bezeichnung Psychologi­scher Psychotherapeut nachweisen kann. Dieser hat meist die umfassendste psychotherapeutische Ausbildung. Ärzte mit der Bezeichnung Facharzt für Psychotherapeutische Medizin oder Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie können ebenso gut qualifiziert sein. Bei allen anderen Anbietern (Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker ohne diese Bezeichnungen, die dennoch „Psychotherapie“ an­bieten) sollten Sie sich genau erkundigen, wie umfassend die Ausbildung ist, die der Betreffende ab­solviert hat, und ob die Krankenkasse die Therapie hier bezahlt!
Entscheiden Sie sich, ob Sie eher eine tiefenpsychologische oder eine verhaltenstherapeutische Behandlung wollen oder lassen Sie sich über die verschiedenen Therapieformen beraten. Die tiefen­psychologischen Verfahren sind dabei mehr auf Selbsterkenntnis und tiefgreifende Veränderung an­gelegt, die verhaltenstherapeutischen eher auf pragmatische und trainierbare Problemlösungen. Dar­über hinaus gibt es noch viele weitere Arten von Psychotherapie, die aber meist nicht von den Kran­kenkassen bezahlt werden, was an sich aber nichts über deren therapeutischen Wert aussagt.
Fassen Sie den Grund, warum Sie eine Psychotherapie machen möchten, und einige Kriterien, die Ihnen an Ihrem Therapeuten wichtig sein könnten, in einigen Stichpunkten zusammen.
Rufen Sie die betreffenden Psychotherapeuten an (eine Überweisung von einem Arzt war früher nur auf­grund der Praxisgebühr nötig!), vereinbaren Sie einen Termin und fragen Sie ausdrücklich, ob der Therapeut sich mit Ihrem Problem auskennt. Erkundigen Sie sich nach den Bedingungen der Psycho­therapie: Handelt es sich um eine echte Psychotherapie, bei der die Sitzungen in der Regel 50 Minu­ten dauern und meist wöchentlich stattfinden, oder um kurze Beratungsgespräche? Muss selbst be­zahlt werden oder zahlt die Kasse? Wie lange müssen Sie auf einen Therapieplatz warten? Schauen Sie sich erst zwei oder drei Therapeuten an, bevor Sie sich entscheiden; besuchen Sie auch probatorische Sitzungen. Wählen Sie den Therapeuten nach Ihrem Gefühl aus. Scheuen Sie sich nicht, einen Therapeuten abzulehnen.

Informationsquellen:

  • Verzeichnis von bei gesetzlichen Krankenkassen zugelassenen Psychotherapeuten bei der Kranken­kasse anfordern oder im Internet unter http://www.arzt.de
  • Gelbe Seiten unter „Psychotherapie“
  • Im Internet unter http://www.psvchotherapiesuche.de, http://www.therapie.de, http://www.therapeuten.de und http://www.psychotherapeutenliste.de lässt sich der passende Therapeut nach bestimmten Kriterien su­chen
  • Psychotherapie-Informationsdienst des Berufsverbandes Deutscher Psychologen

    Persönliche Telefonberatung: (0228) 74 66 99
    MO, DI, DO, FR 9-12 Uhr,
    sowie MO und DO 13-16 Uhr.

  • Stundensätze

    TIEFENPSYCHOLOGISCH FUNDIERTE THERAPIE
    Erwachsene Jugendliche Kinder
    Kurz-/Probetherapie 25 € 25 € 25 €
    Normaltherapie 50 € 50 € 50 €
    Besonderer Fall 80 € 140 € 120 €
    Höchstgrenze 100 € 180 € 150 €
    ANALYTISCHE PSYCHOTHERAPIE
    Erwachsene Jugendliche Kinder
    Kurz-/Probetherapie 25 € 25 € 25 €
    Normaltherapie 160 € 90 € 70 €
    Besonderer Fall 240 € 40 € 120 €
    Höchstgrenze 300 € 180 € 150 €
    VERHALTENSTHERAPIE
    Erwachsene Jugendliche Kinder
    Kurz-/Probetherapie 15 € 15 € 15 €
    Normaltherapie 45 € 45 € 45 €
    Besonderer Fall 60 € 60 € 60 €
    Höchstgrenze 80 € 80 € 80 €

    Dichte der Psychotherapeuten

    Adressen

    http://bptk.de/patienten/wege-zur-psychotherapie
    Wege zur Psychotherapie (Bundespsychotherapeutenkammer)

    Inhalt

    • Was ist Psychotherapie?
    • Wann bin ich psychisch krank?
    • Erste Fragen an sich selbst
    • Wer behandelt psychische Krankheiten?
    • Wie finde ich einen Psychotherapeuten?
    • Wie werden psychische Krankheiten behandelt?
    • Was passiert in einer Psychotherapie?
    • Wirkt Psychotherapie?
    • Wer übernimmt die Kosten?
    • Welche Rechte haben Sie als Patient?
    • Adressen

    Psychosomatische Grundversorgung

    Ziel ist:

  1. psychische Erkrankungen und den psychosozialen Anteil der häufigsten Problemstellungen zu erkennen (Basisdiagnositik)
  2. die grundlegende psychosom atische Behandlung vor allem durch verbale Interventionen im Rahmen einer vertrauensvol­ len Arzt-Patient Beziehung zu leisten (Basistherapie)
  3. im psychosozialen Versorgungssystem adäquat zu kooperie­ren.

Dafür soll der primär somatisch orientierte Arzt befähigt werden, bei Patienten mit psychischen, funktionellen, psychosomatischen und somatopsychischen Krankheiten die erforderlichen grundlegenden und gebietsspezifischen Kenntnisse, Fertigkeiten und Einstellun­gen einzusetzen.

Die Vorgaben der KV fü r die Berechtigung zur Abrechnung der Z if­fern 35000 und 35110 und den Vorgaben der Ärztekammern für die Fort- und W eiterbildung fü r die "Psychosomatische Grundversorgung" gliedern thematisch in 3 Bereiche: Theorie, verbale Interven­tionen und patientenbezogene Selbsterfahrung (Balintgruppe) so­wie unabhängig davon den Bereich "Übende Verfahren".

  1. Theorie (20 Stunden, in Blockform möglich)
  2. Verbale Interventionen (30 Stunden in Blockform auch zusammen m it 1) möglich)
  3. Patientenbezogene Selbsterfahrung, z. B. Baiintgruppe (30 Stun­den)

Jeder dieser Teile kann für sich allein oder kombiniert erworben werden. Meist werden Theorie und verbale Interventionen zusammen angeboten und belegt, da diese Bereiche in Blockform absol­viert werden dürfen. Die Balintgruppe, die über 6 Monate fraktioniert absolviert werden muss, w ird meist davon unabhängig belegt - in Wohnortnähe.

Ambulante Psychotherapie

Hinsichtlich der Anzahl der zur Verfügung stehen Psy­chotherapeuten gibt es unterschiedliche Auffassungen: Die Bundespsychotherapeutenkammer hält deren An­zahl für viel zu gering um hinreichend und schnell ver­sorgen zu können, währen der GKV-Spitzenverband von einer ausreichenden Versorgung bzw. einer Über­versorgung ausgeht.
Aufgrund der oft langen Wartezeiten kann es ange­bracht sein eine Kostenerstattung im Rahmen des § 13 Abs. 3 SGB V anzustreben (Broschüre Kostenerstat­tung: http://www.bptk.de/patienten)

Manche Psychotherapie-Ausbildungsinstitute sind als Institutsambulanz zugelassen, d. h. GKV-Versicherte können dort von Ausbildungskandidatinnen (unter Su­pervision) behandelt werden. In der Regel sind hier die Wartezeiten kürzer. Möglicherweise ist eine Versorgung im Rahmen der „Psychosomatischen Grundversorgung“ bereits ausrei­chend.
Hilfreich ist auf jeden Fall die Informationsbroschüre „Wege zur Psychotherapie“ der Bundespsychotherapeu­tenkammer (die u. a. auch auf türkisch und englisch er­hältlich ist), um eine zielgerichtete Inanspruchnahme zu unterstützen (http:// www.bptk.de/patienten)
.

Begutachtungs-Richtlinien Ambulante Soziotherapie § 37a SGB V

Die nachstehenden Begutachtungs-Richtlinien wurden auf Empfehlung des Vorstandes MDS vom Beschlussgremium nach § 213 SGB V am 27. November 2002 als Richtlinie nach § 282 Satz 3 SGB V beschlossen.

RPK-Empfehlungsvereinbarung
vom 29. September 2005
über
die Zusammenarbeit der Krankenversicherungsträger
und der Rentenversicherungsträger sowie der Bundesagentur für Arbeit
bei der Gewährung von Leistungen zur Teilhabe
in Rehabilitationseinrichtungen für psychisch kranke und behinderte Menschen

http://www.bar-frankfurt.de/publikationen/arbeitshilfen

  • Arbeitshilfe für die Rehabilitation Koronarkranker
  • Arbeitshilfe für die Rehabilitation und Teilhabe psychisch kranker und behinderter Menschen
  • Arbeitshilfe für die Rehabilitation und Teilhabe schädel-hirn-verletzter Kinder und Jugendlicher
  • Arbeitshilfe für die Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen
  • Arbeitshilfe für die Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Erkrankungen der Bewegungsorgane (rheumatische Erkrankungen)
  • Arbeitshilfe für die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten
  • Arbeitshilfe für die stufenweise Wiedereingliederung in den Ar­beitsprozess
  • Arbeitshilfe zur geriatrischen Rehabilitation

Literaturtipps:

  • Arkowitz, Hal/Westra, Henny A./Miller, William R./Rollnick, Stephen: Motivieren­ de Gesprächsführung bei der Behandlung psychischer Störungen, Beltz Verlag,Weinheim/Basel 2010
  • Bachmair, Sabine et. al.: Beraten will gelernt sein. Ein praktisches Lehrbuch für An­fänger und Fortgeschrittene, Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 9. Auflage 2008
  • Bäuml, Josef: Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis. Ratgeber für Pati­enten und Angehörige. Leitfaden für professionelle Helfer, Einführung für interessier­te Laien, 2. Auflage, Heidelberg 2008
  • Befardi, Nando et. al.: Beratung. Eine sozialpädagogische Einführung, Beltz Verlag,Weinheim und Basel, 3. Auflage 2001
  • Bock, Thomas: Umgang mit psychotischen Patienten, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2003
  • Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (Hg.): Mit psychisch Kran­ken leben. Rat und Hilfe für Angehörige, Balance_Verlag, Bonn 2008
  • Eink, Michael/Haltenhof, Horst: Umgang mit suizidgefährdeten Menschen, Psychi­atrie-Verlag, Bonn 2006
  • Greve, Nils/Osterfeld, Margret/Diekmann, Barbara: Umgang mit Psychopharma­ka, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2006
  • Haerlin, Christiane: Berufliche Beratung psychisch Kranker, Psychiatrie-Verlag,Bonn 2009
  • Jacob, Gitta/Lieb, Klaus/Berger, Mathias: Schwierige Gesprächssituationen in Psychiatrie und Psychotherapie, Urban&Fischer, München 2009
  • Kindl-Beilfuß, Carmen: Fragen können wie Küsse schmecken. Systemische Frage­techniken für Anfänger und Fortgeschrittene, 4. Auflage, Heidelberg 2013
  • König, Karl: Charakter, Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörung, Klett-Cotta,Stuttgart 2004
  • König, Karl: Transfer-Von der Psychotherapie in den Alltag, Klett-Cotta, Stuttgart 2007
  • Mahnkopf, Angela: Umgang mit depressiven Patienten, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2007
  • Noyon, Alexander/Heidenreich, Thomas: Schwierige Situationen in Therapie und Beratung: 24 Probleme und Lösungsvorschläge, Beltz Verlag, Weinheim/Basel 2009
  • Piontek, Rosemarie: Wegbegleiter Psychotherapie, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2005
  • Rahn, Ewald: Umgang mit Borderline-Patienten, Psyche
  • Rösch, Stefanie/Linsenmayr, Rainer: Vom Umgang mit schweren Klienten. Strategien für mehr Sicherheit und Souveränität
  • Rupp, Manuel: Psychiatrische Krisenintervention, Bonn 2012
  • Schwoon, Dirk: Umgang mit alkoholabhängigen Patienten, Psychiatrie-Verlag 2008
  • Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander Reden 1. Störungen und Klärungen.
  • Allgemeine Psychologie der Kommunikation, Rowohlt Verlag, Hamburg 2001
  • Sachse, Rainer: Persönlichkeitsstörungen verstehen. Zum Umgang mit schwierigen Klienten, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2010
  • Schlichte, Gunda: Betreutes Wohnen - Hilfen zur Alltagsbewältigung, Psychiatrie-Verlag, Bonn 2009
  • Stange, Karl-Heinz: Lebensfinsternis Depression, Sachs-Verlag, Roßdorf bei Darm­stadt 1999
  • Verbraucherzentrale NRW: Psychotherapie. Angebote sinnvoll nutzen, Düsseldorf 2010
  • Weinberger, Sabine: Klientenzentrierte Gesprächsführung. Lern- und Praxisanlei­tung für psychosoziale Berufe, Juventa-Verlag, Weinheim/München 2008
  • Mögliche Inhalte für Unterweisung hinsichtlich potentiell gewalttätiger Situationen Im Betreuten Wohnen

    Gefährlichkeitscheckliste Hilfe bzw. Handlungsmöglichkeiten Deeskalationsstrategien
    Je mehr der folgenden Punkte auf den potentiellen Täter zutreffen, desto gefährlicher ist die Situation einzuschätzen:
    • Aktuelle Belastung/Stress?
    • Gebrauch von Alkohol oder Drogen?
    • Gibt es eine Gewaltvorgeschichte?
    • Ungewöhnliche Erregung oder auch Passivität?
    • (Starke) Stimmungsschwankungen?
    • Übersensibel?
    • Rechtfertigt/unterstützt das soziale Umfeld Gewalt? Gibt es dafür mglw. Anerkennung innerhalb der „Szene“ ?
    • Gibt es Waffen/gefährliche Gegenstände ((z. B. auch Hunde) in der Wohnung?
    • Sind gewalfverherrfichende Bilder oder Musik vorhanden? (Aggressives Mitsingen von Texten erhöht die Gefahr!)

    Zu beachten sind immer auch mögliche Signale innerhalb der nonverbalen Kommunikation! ...Unruhe, Anspannung etc.
    Hinsichtlich möglicher Handlungsoptionen sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

    • Bin ich allein, habe ich Unterstützung? Wissen andere, wo ich bin? Weiß das der Täter?
    • Habe ich Mittel, Alarm zu schlagen, Hilfe zu holen? (Handy, Nachbarn vorhanden?)
    • Habe ich einen Fluchtweg?
    • Habe ich ein Reaktionsrepertoire?
    Im Vorfeld möglich:
    • bei Verdacht auf kritische Situation im Vorfeld des Hausbesuchs anrufen, um Stimmung abzuklären (ggf. bei einzelnen Klienten sogar generell)
    • Informationen bei anderen einholen (z. B. Tagesstätte, Werkstatt...)
    • ggf. nicht allein zum HB (Begl. Kollegen BW oderSpDi)
    • Treffen an neutralem Ort statt HB (unter Vorwand) vereinbaren
    • Handy (mit genügend Akkuzeit) dabei haben

    Aufstellen von Regeln mit Klienten (im Vorfeld):

    • Kein Alkohol/Drogen während HB („weil Sie dann nicht klar im Kopf sind“ )
    • Keine Gewalt
    • Keine gewaltverherrlichende Musik während Hausbesuch
    • Türschlösser bleiben unter allen Umständen unverschlossen (ist nicht verhandelbar!)
    • Messer, (Kampf-)Hunde oder gefährliche Gegenstände haben offen herumliegend bei einem HB nichts zu suchen

    In konkreter Gefahrensituation:

  • unter Vorwand gar nicht erst die Wohnung betreten (z. B. wichtigen Anruf von Kollegen erhalten, Notfall bei anderem Klienten etc.)
  • unter Vorwand Wohnung verlassen
  • auf Toilette Polizei verständigen (nicht auflegen, mithören lassen)
  • siehe hierzu weiter unter Deeskalationsstrategien
  • Deeskalierendes Verhalten:
    • ruhige Ausstrahlung: beherrscht und empathisch wirken
    • Aufrichtigkeit, Geduld und Zuversicht ausstrahlen
    • kein spannungsgeladenes Schweigen entstehen lassen, sondern weiterreden und dabei den Tonfall unter Kontrolle halten
    • Wiederholen dessen, was der Täter sagt (= Signal: „Ich höre zu und verstehe dich")
    • Signalisieren von Verständnis für dessen Gefühle
    • Offene Fragen stellen (regen zum Reden und Nachdenken an, anstelle zum blinden Agieren)
    • Mögliche Ablenkungsmanöver: Zigarette anbieten, nach etwas oder jmd. erkundigen Bei bewaffnetem Täter auf Distanz gehen!!!
    • Ausdrückliche (ruhige, abe r bestimmte) Auffor­derung, Waffe niederzulegen (ggf. wiederholen)
    • langsam Ausgänge ansteuern (allmählich rückwärts, hektische Bewegungen vermeiden!)
    • so positionieren, dass Fluchtwege da sind
    • Einbauen von Hindernissen
    • Kompromisse aushandeln (beginnend mit kleiner Bitte, dann größerer)

    Bitte nicht:

    • keinesfalls abweisend oder gar dominant auftreten, damit erhöht sich das Risiko, da potentieller Täter damit Gefahr assoziiert
    • keine direkten/konfrontierenden Fragen über die Ursachen der Aggression stellen
    • Keine wertenden/kritischen Aussagen!
    • Keine unmittelbaren Drohungen!
    • Kein Eindringen in den „persönl. Raum"!
    • Nie bewaffnetem Täter nähern
    • Nicht erstarren!
    • 1. Gemeint ist hier immer: Psychotherapeut oder Psychotherapeutin

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