Die phobische Struktur

Die phobische Struktur

Verhaltensmerkmale

  • Menschen mit einer phobischen Persönlichkeitsstruktur trauen sich aufgrund ihrer Ängstlichkeit häufig deutlich weniger zu, als sie zu leisten im Stande sind.
  • Sie fühlen sich im Alltag ohne Schutzpersonen meist ängstlich, dies kann zu großen Hemmungen führen und Unwohlsein bereiten. Sie meiden aus Angst Versuchungssituationen, die ihnen ermöglichen könnten Triebwünsche zu befriedigen.
  • Man kann ihnen oft gut zuhören, kommt jedoch nicht gut „dazwischen“. Sie halten ihre Gesprächspartner gleichzeitig fest und auf Distanz.

Angst hat auch eine Schutz- und Warnfunktion. Ohne eine gesunde Ängstlichkeit können große Gefährdungen entstehen!

Ursachen

  • Die Hauptursache bei der Entstehung einer phobischen Struktur ist das angstbesetzte Verhalten der Eltern. Sie reagieren auf die zunehmende Selbstständigkeit des Kindes mit Vermeidung und ängstlicher Unterdrückung. Daher können die Kinder kaum reale Erfahrungen hinsichtlich ihrer eigenen Fähigkeiten machen, sie werden immer wieder gehemmt und gehindert.
  • Ein anderer Entwicklungsweg kann auch sein, dass eine permanente Überforderung des Kindes praktiziert wird. Oft geschieht dies aus Ungeduld oder Zeitmangel der Eltern. Sie verweigern weitgehend ihre Unterstützung bei altersgemäßen Lernprozessen. Dies führt zu einer Überängstlichkeit der Kinder, die sich selbst nicht richtig einzuschätzen lernen.

Arbeit und Beruf

  • Phobisch strukturierte Menschen arbeiten unauffällig, wenn sie in der Nähe eines steuernden Objektes sind.
  • Manche brauchen jedoch mehr Kompetenzen des steuernden Objektes und ständige Rückmeldungen.
  • Diese Funktion kann auch ein Team übernehmen.
  • Sie zeigen wenig Initiative und haben Angst etwas falsch zu machen.
  • Da sie häufig vermeiden, selbst Entscheidungen selbst zu treffen, gelangen phobisch Strukturierte selten in Führungspositionen. Sie sind meist gute „Zweite“ und schlechte „Erste“.
  • Die meisten sind kooperativ und anpassungsfähig. Konflikte oder Trennungen von Mitarbeitern werden vermieden, weil dadurch - mit der Folge einer Erhöhung der Ängstlichkeit - steuernde Objekte verloren gehen würden.

Zentrale Beziehungswünsche

  • In Beziehungen sind phobisch Strukturierte auf der Suche nach "steuernden Objekten", d. h. nach Partnern, die sie leiten und die Entscheidungen für sie treffen.
  • Bei zwei phobischen Partnern kann einer für den anderen steuerndes Objekt sein. Die Funktion eines steuernden Objektes ist nicht nur durch Stärke, sondern auch durch Schwäche möglich. Solche Beziehungen sind meist sehr stabil.

Umgang mit Trennungen

  • Bei Trennungen wird der Verlust des Partners als "Schutzfunktion" gefürchtet, weil dann die Angst zunimmt.
  • Ein steuerndes Objekt kann durch ein anderes ersetzt werden, jedoch nicht ohne Trauer.

Umgang mit Kindern

  • Phobische Eltern haben Angst vor willkürlichem Verhalten ihrer Kinder, weil dies als sozial inakzeptabel abgelehnt werden könnte.
  • Es werden Situationen vermieden, in denen die Kinder sich willkürlich verhalten könnten. Die Eltern sehen im Leben überwiegend Gefahren und wollen ihre Kinder davor schützen.
  • Es kann auch sein, dass die Kinder eine Schutzfunktion für die Eltern zugewiesen bekommen - sie reagieren daher mit Angst, wenn die Kinder beginnen eigene Wege zu gehen.

Urlaub und Freizeitverhalten

  • In der Freizeitgestaltung sind phobisch strukturierte Menschen eher unauffällig. Mit einer Gruppe oder Begleitung geht fast alles, weil die anderen als steuernde Objekte Sicherheit geben.
  • Sie suchen deshalb nach Aktivitäten, die sie mit anderen gemeinsam machen können.
  • Wenn kein Freundeskreis vorhanden ist, treten Schwierigkeiten auf (Passivität), sie können nur schlecht etwas allein unternehmen.
  • Kontraphobische Phobiker unternehmen jedoch Gefährliches, zu dem sie sich zwingen (beispielsweise Bergsteigen oder Drachenfliegen).

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