Gesundheitsminister diskutieren Standards für ausländische Ärzte

Gesundheitsminister diskutieren Standards für ausländische Ärzte

Zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Deutschland wollen die Gesundheitsminister der Länder einheitliche Qualifikationsstandards für ausländische Ärzte festlegen. „Was uns etwa immer wieder Sorgen bereitet, ist das Sprachniveau einiger Ärzte“, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) in Hannover. Unter den Fachministern der Länder herrsche deswegen bereits die einhellige Meinung, dass ausländische Ärzte mindestens ein fortgeschrittenes Sprachniveau haben müssten, um in Deutschland als Mediziner arbeiten zu dürfen.

„Es muss einfach sichergestellt sein, dass die Kommunikation mit den Patienten reibungslos klappt“, sagte Rundt. Dies sei schon für Muttersprachler nicht einfach, da viele Patienten häufig selbst nicht sicher benennen könnten, was mit ihnen los sei. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass ein Patient Zahnschmerzen hat, bei dem Arzt aber etwas ganz anderes ankommt.“

Diskutiert werde auch, ob es zusätzliche Schulungen für Patientengespräche, Arztbriefe, die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse oder rechtssichere Patientenaufklärung geben müsse. Derzeit sei dies in den Bundesländern noch sehr unterschiedlich geregelt. „Das sehen wir schon bei uns in Niedersachsen“, sagte Rundt. Bei einem Projekt mit der Medizinischen Hochschule Hannover werden ausländische Ärzte kostenfrei für ihre Arbeit geschult.
Kosten für die Fortbildungsmaßnahmen und für verlangte Sprachprüfungen solle der Bund übernehmen, sagte die niedersächsische Sozialministerin. Darüber herrsche Einigkeit unter den Ländern. Die ausländischen Ärzte sollten dafür nicht zahlen müssen. „Wir brauchen eine positive Willkommenskultur, denn es ist ganz wichtig, dass wir ausländische Ärzte in Deutschland haben.“ Ohne Fachkräfte aus anderen Ländern sei die medizinische Versorgung nicht mehr sicherzustellen.

Die Bundesärztekammer (BÄK) hatte im März 2013 in einer in einer Stellungnahme ebenfalls einheitliche Regeln für die Sprachkenntnisse ausländischer Ärzte gefordert. Die BÄK plädierte außerdem für ein einheitliches Verfahren für die Prüfung der medizinischen Kenntnisse von Ärzten aus außereuropäischen Staaten. Die BÄK verweist darauf, dass ausländische Ärzte sowohl über allgemeine Sprachkenntnisse verfügen müssen, als auch über Kenntnisse der medizinischen Fachsprache. Die Landesärztekammern seien bereit, die medizinischen Fachspracheprüfungen im Auftrag der Landesbehörden zu übernehmen und hierfür bundeseinheitliche Kriterien zu erarbeiten, so die Kammer.

Quelle:
http://www.aerzteblatt.de

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