Europäischer Drogenbericht 2013

In diesem Jahr präsentiert das EMCDDA seine jährliche Analyse der Drogensituation in neuem Format. Aus mehreren Komponenten zusammengesetzt, bildet der Europäische Drogenbericht (EDB) 2013 ein Paket, das einen zentralen Überblick über die Arbeit des EMCDDA vermitteln und den unterschiedlichen Adressatenkreisen einen leichten Zugriff auf die gewünschten Informationen ermöglichen soll.

Er bietet eine aktuellere, interaktive und vernetzte Analyse. Diese Entwicklungen sind notwendig, um nicht nur der sich rasch wandelnden Drogensituation gerecht zu werden, sondern auch dem wachsenden Informationsbedarf und den sich ändernden Erwartungen unseres Zielpublikums.
Zentraler Bestandteil des EDB-Pakets ist der vorliegende (auch online abrufbare) Bericht, der einen zusammenfassenden Überblick über bestehende Trends und Entwicklungen gibt.

Schätzungen des EMCDDA zufolge befanden sich 2011 mindestens 1,2 Millionen Europäer und Europäerinnen wegen illegalen Drogenkonsums in Behandlung. Opioidkonsumenten stellen hierbei die größte Gruppe dar, gefolgt von Cannabis- und Kokainkonsumenten (Abbildung 3.5). Die Substitutionstherapie stelle weiterhin die „erste Wahl“ bei der Behandlung einer Abhängigkeit von Opioiden dar, so die Beobachtungsstelle. Derzeit erhalten etwa 730 000 Personen in Europa diese Form der Behandlung (ein Anstieg gegenüber 650 000 im Jahr 2008). Dies entspreche etwa der Hälfte der aktuell geschätzten 1,4 Millionen problematischen Opioidkonsumenten in Europa (siehe Kapitel 3). Psychosoziale Maßnahmen und Entzug sind die anderen wichtigen Formen der Drogentherapie.

Der Drogenkonsum zählt in Europa zu den häufigsten Todesursachen bei jungen Menschen, und zwar sowohl direkt durch Überdosierungen (drogeninduzierte Todesfälle) als auch indirekt durch drogenbedingte Krankheiten und Unfälle, Gewalt und Suizid. Die meisten Kohortenstudien unter problematischen Drogenkonsumenten weisen jährliche Mortalitätsraten zwischen 1 % und 2 % aus, womit die Mortalitätsrate in dieser Gruppe (Sterberisiko im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung) 10 bis 20 Mal höher ist als bei nicht
Drogen konsumierenden Gleichaltrigen (Kapitel 2). Insgesamt wurden 2011 rund 6 500 Todesfälle aufgrund von Überdosierung, hauptsächlich im Zusammenhang
mit Opioiden, gemeldet – weniger als 2010 (7 000) und 2009 (7 700). Dennoch ist und bleibt die Verringerung drogenbedingter Todesfälle laut Bericht „eine große Aufgabe für die Gesundheitspolitik in Europa“.

Von den Patienten, die 2011 eine spezialisierte Drogenbehandlung begannen, war etwa die Hälfte (47 %) arbeitslos, und nahezu jeder Zehnte (9 %) hatte keine feste Unterkunft. Auch ein niedriges Bildungsniveau findet sich häufig bei dieser Gruppe von Patienten, von denen 36 % lediglich die Grundschule abgeschlossen haben (Kapitel 3). Ausschlaggebend für den Erfolg der Maßnahmen zur sozialen Wiedereingliederung ist oftmals eine wirksame Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unterstützungsdiensten. Positiv betrachtet gaben bei einer aktuellen EMCDDA-Erhebung 17 von 28 Ländern an, dass es Partnerschaften zwischen Drogenbehandlungseinrichtungen und speziellen Diensten gebe, die in Bereichen wie Wohnraum und Beschäftigung Unterstützung anbieten.

Siehe Drogenperspektiven (Perspectives on drugs/PODs)

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