Sich freistrampeln - Aktiv aus dem Stimmungstief

Bundespräsident Joachim Gauck hat das Kursprogramm „Aktiv aus dem Stimmungstief“ für Menschen mit Depressionen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit dem „Breitensport-Oskar“ des Deutschen Olympischen Sportbundes ausgezeichnet.

Die Depression zählt zu den Volkskrankheiten; in Deutschland leiden knapp vier Millionen Menschen an dieser Störung. Und Bewegung kann dabei helfen, sich aus dem tiefen Tal der Depression herauszustrampeln. Doch mangelt es regelmäßig an den nötigen niedrigschwelligen Angeboten für die Betroffenen.

Im Mai 2012 startete das Projekt „Aktiv aus dem Stimmungstief“, welches eine Kooperation einiger Psychiater der Medizinischen Hochschule Hannover, Sportwissenschaftlern der Universität Würzburg und dem Sportverein (SV) Eintracht Hannover ist. Das von der Robert-Enke-Stiftung geförderte Kursprogramm wurde am 29. Januar 2013 mit dem „Stern des Sports“ in Gold beehrt. Diese Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) würdigt kreative, innovative Maßnahmen innerhalb des Breitensports in den Bereichen Gesundheit, Integration und Gleichstellung. Bundespräsident Joachim Gauck verlieg diesen sogenannten „Breitensport-Oskar“ in Berlin an insgesamt drei Preisträger. Darüber war die Freude natürlich groß„ wobei es dennoch vorrangig darum geht, den Betroffenen dabei zu helfen durch den Sport Licht am Ende des Tunnels zu sehen“

Das Motto lautet: " Laufen, Schwitzen, den Kopf freibekommen". Das Projekt zählt inzwischen 54Teilnehmer. Eine Studie begleitet das Kursprogramm. um herauszufinden, welche Belastungsart unf welche Trainingsintensität besonders gut geeignet sind für eine begleitende Therapie der Depression. Wie lassen sich die depressiven Symptome am Besten vermindern?

Der Sport der Betroffenen sollte nicht außen vor stehen. Es geht um einen selbstverständlichen Platz in den Sportvereinen, um bessere soziale Integration und Entstigmatisierung.
Das Programm beinhaltet Walking, leichtes Lauftraining und spielerische Übungen. Aber auch Schwimmen, Radeln oder Tanzen wären denkbar. Die Hauptsache dabei ist eigentlich nur, dass der Sport regelmäßig stattfindet und Spaß macht. Es gab relativ wenig Fehlzeiten in der Trainingsgruppe. Die Teilnehmer stellten fest, dass sie der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert sind, ihr Leben nicht nur durch die Krankheit bestimmt wurde und sie selbst etwas an dem leidvollen Zustand verändern können. Dabei tut es ihnen gut, unter Menschen zu sein, die die Tiefen der Depression aus eigener Erfahrung kennen und wissen, wie sich das anfühlt. Zudem finden sie es wichtig, Verabredungen und feste Termine zu haben, die ihren grauen Alltag strukturieren.

Insgesamt zeigen die wissenschaftlichen Auswertungen eine signifikante Reduktion des Schweregrads der Depression. Das erklärte Ziel ist es nun, verbindliche Leitlinien und praktische Handlungsempfehlungen für die Anwendung von Trainingsprogrammen zu erstellen. Dabei wird versucht, weitere Sportvereine einzubinden, damit das Programm seinen Platz in der Normalität neben den vielen anderen Präventionsangeboten findet.

Quellen:
Klinik Aktuell I/2013

Weitere Informationen
bei Professor Dr. Marc Ziegenbein
über Sekretariat Karin Maspohl, unter Telefon: 0511 532-6617 oder maspohl.karin@mh-hannover.de.

Kommende Termine

Benutzeranmeldung