Einbruch einer Krise

Marion und Markus lernen sich im Studentenwohnheim in Mainz kennen. Markus beendete gerade sein Ingenieurstudium, während Marion sich bei der Kunstakademie bewarb, nachdem sie das Germanistikstudium abgebrochen hatte. Das junge Paar beschließt spontan und ohne groß zu überlegen, ein Kind zu zeugen und einander zu heiraten.
Bald wird Marion auch wirklich schwanger und die beiden überraschten Familien organisieren auf die Schnelle eine überstürzte Hochzeit. Marion bekommt auch tatsächlich hochschwanger wie sie ist den Studienplatz an der Kunstakademie. Nach drei Semestern vergeblichen Versuchens, Kind und Studium miteinander zu vereinbaren, wirft Marion dann das Handtuch und bricht das Studium ab. Markus schließt sein Studium hingegen mit Bravour ab und bekommt auch schnell einen Arbeitsplatz in Duisburg. Zu dritt ziehen sie nach Duisburg und Marion lebt zunächst als Hausfrau und Mutter.
Ein Jahr später wechselt Markus wiederum aus beruflichen Gründen seinen Arbeitsplatz nach Mannheim, wo ein halbes Jahr später die zweite Tochter zur Welt kommt. Die Kinder erkranken häufig, was Marion stark belastet. Nachdem die Kinder fünf und drei Jahre alt geworden sind, trägt sich Marion mit dem Gedanken, sich wieder stärker mit der Kunst zu beschäftigen. Sie meldet die Kinder in einer Tagesstätte und sich in einer Kunstschule an. Dabei leidet sie von der ersten Sekunde an unter der Zerrissenheit, den Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen zu haben und gleichzeitig ein gutes Gefühl dabei zu haben, endlich wieder etwas für sich selbst zu tun.
Marion wird zum Workaholic und stürzt sich in die Arbeit, welche sie begeistert. Zur selben Zeit möchte sie noch Gewicht abnehmen und isst sie deshalb sehr wenig. Am Nachmittag holt sie die Kinder von der Tagesstätte ab und verrichtet dann die Hausarbeit. Am Abend, nachdem Markus wieder zu Hause ist, fährt Marion häufig noch zur Kunstschule, um dort bis spät in die Nacht zu arbeiten. Sie verliert dabei langsam und unmerklich den Bezug zur Realität. Markus registrierte das auch nicht und er freut sich vielmehr darüber, dass Marion Erfolge erzielt und wieder voller Elan ist.
Eines Tages verliebt sich Marion dann in ihren Kunstlehrer. Ihrer Wahrnehmung nach spricht er nur mit ihr und sieht sie voller Liebe an. Von den Kommilitonen registriert sie feindliche Gefühle, die gegen sie gerichtet waren. Als sie nun einmal alle im Kreis sitzen, machte ihr keiner der Mitstudenten Platz. Marion sieht dann, dass von den Kommilitonen schwarze Pfeile ausgesendet werden, die sie mitten ins Herz treffen. Das schmerzt sie sehr stark, ihre Ohren vernehmen ein dumpfes Rauschen und alles dreht sich um sie. Die Pfeile, die in ihrem Herzen stecken, scheinen dort ein Gift abzusondern.
Wieder daheim ruft Marion die Schwiegermutter aus Stuttgart an und teilt ihr mit, sie sei sehr schwer krank geworden. Auf ihr Bitten hin kommt die Schwiegermutter noch am selben Tag nach Mannheim. Marion ist sich inzwischen sicher, dass sie Opfer eines Voodoo-Zaubers geworden sei und nun sterben müsse.
Markus steht dem Ganzen sehr indifferent gegenüber. Er geht davon aus, dass Künstler eben Phasen dieser Art durchmachen müssen. Künstler müssen eben leiden, um sich weiter zu entwickeln. An eine Erkrankung dachte er nicht im Entferntesten. Das Verhalten von Markus ist nicht weiter erstaunlich, weil sich oft die Angehörigen bei der ersten psychotischen Erkrankung eines Familienmitglieds die merkwürdigsten Erklärungen zusammenreimen, um es nicht als krank erkennen zu müssen. Dabei ist kein böser Wille im Spiel, sondern es erscheint den Angehörigen einfach unglaublich, dass das Familienmitglied an einer seelischen Krankheit leiden könnte. Zudem sind die wenigsten Menschen gut über seelische Erkrankungen informiert. Meistens beziehen sie ihr Wissen aus den reißerischen Medienberichten, über die kaum vorkommenden gewalttätigen Menschen mit einer psychischen Krankheit.
Die Schwiegermutter versucht nun vergebens, mit Marion ins Gespräch zu kommen und ihr zu helfen. Ihrer Theorie zufolge wird Marion zerrissen in ihren Rollen als Hausfrau, Mutter und Künstlerin. Marion müsse also eine Entscheidung treffen zwischen Familie und Kunst. Die ja obendrein als verheiratete Frau in ihren Kunstlehrer verliebte Marion steht unter Druck und entscheidet sich für die Kunst und damit auch für den Kunstlehrer. Am Abend hält sie sich nicht mehr daheim auf, sondern durchstreift die Diskotheken, von denen sie weiß, dass sich auch der Kunstlehrer dort aufhält. Diesem fällt zwar aufm, dass seine Schülerin sich sehr auffällig verhält, er hilft ihr jedoch nicht.
Markus sieht sich aus heiterem Himmel mit der für ihn unerhörten Situation konfrontiert, dass sich seine Ehefrau von der Familie lösen will. Er beruhigt sich jedoch mit dem Gedanken, dies käme schließlich häufiger vor, dass sich eine Frau in einen anderen Mann verliebt. Anfangs nimmt er das Ganze auch gar nicht so richtig ernst und weiß im ersten Moment gar nicht, wie er sich am Besten zu verhalten hat.
Die Schwiegermutter droht Marion, sie würde die Kinder bei sich aufnehmen, wenn Marion sich wirklich von Markus trennen will. Dann reist sie wieder ab nach Stuttgart.
In den nächsten Tagen hatte Marion große Probleme damit, ihren Alltag zu organisieren. Die Nächte über findet sie keinen Schlaf und nimmt kaum Nahrung und Getränke zu sich. Sie schafft es kaum, die Kinder zu versorgen. Sie ist sich aber sicher, sich von Markus trennen zu müssen und ist überzeugt davon, dass der Kunstlehrer sie heiraten will. Dann erst würde sie wieder gesund werden. An einem Sonntagmorgen wacht sie auf und ist sich sicher, dass der Kunstlehrer mit seinem Wohnmobil auf sie wartet, um mit ihr eine Weltreise zu unternehmen. Sie verlässt hastig die Wohnung und fährt zu einem Turm, von dem sie annimmt, dass dort ihr Treffpunkt sein würde.
Am Turm trifft Marion natürlich niemanden an. Auf dem Weg dorthin streicht ihr eine kleine Katze miauend um die Beine und scheint sie vom Weg abbringen zu wollen. Marion sieht darin eine tiefere Bedeutung und besteigt den Turm. Auf den Zinnen angekommen denkt sie darüber nach, ihr Leben zu beenden und hinunterzuspringen. Doch sie überlegt es sich anders und steigt wieder die Stufen hinab. Wieder im Freien angekommen fühlt sie sich wie innerlich abgestorben und atmet schwer. Sie sagt sich "Ich bin am Leben! Ich bin am Leben!" und kehrt wieder nach Hause zurück.
Wieder daheim trägt sie Markus auf, die Kinder zu seiner Mutter zu bringen. Sie sehe sich außerstande, die Kinder weiterhin zu versorgen. Markus willigt ein und bringt die Kinder nach Stuttgart. Dort besucht er sie jedes Wochenende. Den Kindern erklärt niemand, warum sie nun bei der Oma wohnen und warum ihre Mutti nicht mehr da ist. Der Vati besucht sie ja regelmäßig. Die ältere Tochter denkt, die Mutti seit verstorben und tot.
Trotzdem sie die Trennung von den Kindern selbst veranlasst hat, leidet Marion schwer darunter. Sie redet sich ein, mit einer virtuellen Nabelschnur mit den Kindern verbunden zu sein. Diese Nabelschnur gelte es nun zu trennen. Jedes Mal, wenn sie die Nabelschnur in Gedanken zerreißt, denkt sie, dass sie aus der abgerissenen Nabelschnur ausblutet. Sie hat das Gefühl, blutleer zu sein und eher wie ein Geist zu sein, also kaum mehr vorhanden.
Von alledem bekommt Marions Umgebung nichts mit. Markus und seine Mutter denken nun, dass Marion die Kinder aus bösem Willen verlassen hat und insgesamt sehr verantwortungslos gehandelt habe. Keinem kommt der Gedanke, dass Marion krank und hilfebedürftig sein könne.
Markus versucht mehrfach, die zerborstene Beziehung nochmals zu retten. Er versucht mehrfach, mit Marion darüber zu sprechen und überlässt ihr als Zeichen seiner Zuneigung seine Stereoanlage in ihrem Zimmer. Marion erweist sich jedoch als unzugänglich. Sie beharrt auf der Trennung, ohne jedoch etwas in diese Richtung zu unternehmen. Zur Tageszeit besucht sie weiterhin die Kunstschule und des Nachts hält sie sich in Diskotheken auf. Als er keine andere Möglichkeit mehr sieht, sucht Markus den Rat eines Anwalts, um die eheliche Situation zu klären. Marion nimmt er zum Anwalt mit und sie unterzeichnet dort eine Trennungsvereinbarung. Darin erklärt sie sich einverstanden mit einer kleinen Unterhaltszahlung und dem Verzicht der Kinder. Marion verstand schon nicht mehr, um was es überhaupt ging dabei und Markus kümmerte sich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr um sie.
Zur Weihnachten fährt Markus dann zu seiner Mutter und den Kindern. Marion hat Angst in der leeren Wohnung und fährt zu ihren Eltern nach Köln. Dort erhält sie einen Brief vom Anwalt von Markus, der nun die Scheidung beantragt hat. Marion fühlt sich nun überrannt und leidet sehr unter der Situation, die sie ja selbst verschuldet hat. Dabei suchen sie Wahnvorstellungen heim. Sie ist der Meinung, Gott habe sie zum Opferlamm auserkoren, das es nun zu schlachten gelte. Den unerträglichen Druck im Kopf erklärt sie sich mit einem sich abzeichnenden Gehirnschlag. Ihre Mutter versucht vergebens, Marion zu beruhigen. Sie geht von einer momentanen Krise aus und nicht von einer richtigen psychischen Erkrankung. Vergebens versucht die Mutter, auf Marion einzureden, sie möge doch einen Anwalt aufsuchen und für ihre Rechte und vor allem um die Kinder kämpfen. Dazu sieht sich Marion außerstande.
Wieder zurück in Mannheim macht sich Marion daran, für sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ihre Kraft erschöpft sich im Aufsetzen einer Annonce in der Lokalzeitung. Marion verblieb in der ehelichen Wohnung und steht stundenlang am Fenster, um hinauszustarren. Sie halluziniert dabei. Menschen verschwinden in ihrer Wahrnehmung in der gegenüberliegenden Hausmauer oder kommen aus dieser heraus. Der Anordnung der parkenden Fahrzeuge entnimmt sie geheime Botschaften des Kunstlehrers. Alles gewann an Bedeutung. Aus dem Blinken der Ampel an der nahen Kreuzung liest sie Mitteilungen an sich. Ein Vogel auf dem gegenüberliegenden Gartenzaun krächzt laut und jämmerlich und Marion identifiziert sich mit dem Vogel, der da laut schreit.
Immer wieder verlässt sie das Haus und irrt sie ziellos durch die Straßen. Sie sucht den geheimen Treffpunkt, an dem sie den Kunstlehrer treffen würde. Erst dann, wenn sie ihn treffen würde, würde alles wieder gut werden.
Als sie eines Nachts durch einen Wald streift, sieht sie zum Himmel und sieht den Vollmond mit einem hellen Hof darum und einem vereinzelten Stern. Dieses Bild hat ihr Gott geschickt, um ihr mitzuteilen, dass er die Welt verlassen habe und sie nun auf sich allein gestellt sei.
An einem anderen Tag beobachtet sie, wie der Sternenhimmel verschwindet und ein kalte, dunkle und sternlose Nacht verblieb. Ein Polizeiauto fährt in hohem Tempo vorüber, hält an und zwei Polizisten stürmen in das Haus, welches Marion gerade verlassen möchte. Marion ist nun der Meinung, sie sei verantwortlich für das Verschwinden der Sterne und die Polizei wolle sie deshalb verhaften.
Markus kümmert sich um sich selbst. Er ist der festen Überzeugung, alles geregelt zu haben und er müsse nun damit fertig werden, dass die Ehe zerbrochen ist. Das merkwürdige Verhalten von Marion ordnet er unter der Kategorie "exzentrischer Künstler" ein und damit außerhalb jeder Norm und schon gar nicht als krank.
Der Kurs in Kunst hat inzwischen geendet und Marion hat nicht das Geld zur Verfügung, erneut einen Kurs zu besuchen. Somit kann sie sich auch nicht mehr die Tage in der Kunstschule verbringen. Sie wird der Realität immer mehr verlustig. Sie steckt sogar den Kopf in die Waschmaschine in der Hoffnung, dann auf einen anderen Planeten gebeamt zu werden, auf dem es ihr dann besser ginge. Sie halluziniert und hört Kinder, die ganz jämmerlich nach ihr rufen. Sie sieht beim Wasserkochen in den Flammen des Gasherdes die eine Tochter und im Wasser die andere. Sie steht stundenlang am Herd, beobachtet Flammen und Wasser und führt damit innerlich Gespräche. Sie redet in der Wirklichkeit mit niemandem mehr.
An einem Abend irrt sie durch die Stadt auf dem Weg zur Kunstschule, die sich am anderen Ende der Stadt befindet. Etwa in der Mitte des Weges fühlt sie den Druck in ihrem Kopf immer mehr wachsen. Sie hat das Gefühl, der Kopf könne jeden Augenblick zerplatzen und dass Blut aus allen Öffnungen im Kopf - aus Mund, Augen, Nase und Ohren - fließen würde. Das Herz schmerzt gewaltig. Da tritt ein ungepflegter ausländischer Mann aus der Menge und fragt sie, was mit ihr los sei. Sie bedeutet ihm, sie sei krank und zeigt auf ihr Herz. Der Mann lädt Marion ein, mitzukommen. Sie sieht in ihm einen Engel auf Erden, der ihr von Gott zur Hilfe geschickt wurde und geht mit ihm nach Hause. In seinem Zimmer angekommen bietet der Mann Marion Brot und etwas zu trinken an. Aus dem Brot sieht Marion in ihrem Geiste Schaben, die dem Laib entlang krabbeln. Eine Unterhaltung ist nicht möglich, weil der Mann nur gebrochen Deutsch spricht. Sie lauschen eine zeitlang der Musik aus dem Radio, bis er ihr bedeutet, sich in das Bett an der Wand zu legen. Marion entkleidet sich bis auf die Unterwäsche und legt sich gehorsam in das Bett.  Der Mann entkleidet sich ebenso und legt sich dazu, um dann wortlos mit ihr zu schlafen. Danach wendet er sich ab und schläft ein. Als er dann am nächsten Tag wieder aufsteht, sieht sie, dass er Hörner hat und einen Pferdefuß. Zum Abschied meint er, er müsse nun gehen und sie könne am Samstag gerne wiederkommen. Marion verlässt ebenso die Wohnung und begibt sich nach Hause. Dort duscht sie sehr lange und hat das Gefühl, nie mehr richtig sauber zu werden.
Markus hat registriert, dass Marion die Nacht über aushäusig gewesen war und stellt sie zur Rede, wo sie denn gewesen sei. Nachdem sie ihm von ihren Erlebnissen berichtet hat, realisiert er endlich, dass Marion völlig hilflos ausgeliefert ist und ihr alles mögliche passieren könne, weil sie die Situation nicht mehr einschätzen kann. Er nimmt Kontakt auf mit ihren Eltern und bewegt sie dazu, zu kommen und nach ihrer Tochter zu sehen, weil er sich mit der Situation gänzlich überfordert fühlt. Die Eltern treffen auch gleich am nächsten Tag in Mannheim ein.
Marion möchte gerade die Wohnung verlassen, als ihre Eltern eintreffen und Markus stellt fest, dass Marion zeitlich wie räumlich gänzlich desorientiert ist. Er hat Angst, dass Marion in den dichten Verkehr auf der Straße laufen und sich dabei verletzen könnte. Markus hält die Tür zu, während ihr Vater Marion am Arm festhält, so dass die Situation fast eskaliert. Markus handelt sehr gewagt, weil er sich ja der Freiheitsberaubung strafbar machen könnte und kontaktiert die Polizei, um zu melden, dass die Situation im Hause außer Kontrolle geraten könnte und deshalb schnelle Hilfe nötig ist.
Nachdem nach kurzer Zeit zwei Polizeibeamte erscheinen, schildert Markus diesen die prekäre Situation. Marion verhält sich seit dem Auftauchen der beiden Polizisten gänzlich ruhig und macht einen gänzlich normalen Eindruck, obwohl sie kurz vorher noch laut singend in der Wohnung auf und ab gelaufen ist. Sie empfindet die Situation so, dass sie von ihrer Familie daran gehindert worden ist, die Wohnung zu verlassen. Die Polizeibeamten stellten die Ordnungsmacht dar und diese Macht konnte nur von Gott kommen, der ihr die beiden Polizisten zur Hilfe geschickt hatte. Vertrauend auf diesen Gedanken erklärt sie sich einverstanden damit, einen Krankenwagen zu rufen. Damit werden Marion und Markus zu einem niedergelassenen Psychiater gefahren. Die Sanitäter sind für Marion ebenfalls Gottgesandte, so dass sie sich voller Vertrauen völlig auslieferte.
An der Wand der Praxis des Psychiaters hängt ein Bild, auf dem sich unter anderem ein Schaf findet. Dies deutet Marion so, dass sie selbst nun das Opferlamm darstellt. Beim Eintreten sagt die Sprechstundenhilfe "Ach, die schon wieder". Marion fühlt sich betroffen von den Worten Sie sieht sich in der Rolle einer Akteurin in einer Art göttlichen Komödie, in der nur die anderen genau zu wissen scheinen, was gerade gespielt wird.
Nachdem der Psychiater einige Fragen gestellt hat, überweist er Marion in die geschlossene Station der nächsten psychiatrischen Klinik. Während des Gesprächs löst sich der Arzt vor Marions Augen langsam auf. Der Stuhl ist zu sehen und der Arzt verschwindet und Marion fühlt sich schuld daran. Sie will ihm ja nichts Böses antun und geht stark davon aus, dass es ein äußerst unangenehm Gefühl sein muss, sich langsam in Luft aufzulösen. Sie kann gut verstehen, dass der Arzt sich ihrer schnell entledigen möchte und sie deshalb in die Klinik schickt.
Nach der Fahrt von Marion und Markus mit dem Taxi zur Klinik nimmt der Bereitschaftsarzt Marion auf. Er stellt fest, dass Marion kein Rauschgift eingenommen hat und bereit ist, Medikamente einzunehmen. Keiner erklärt ihr, dass sie krank ist und ihr nun geholfen werden soll. Sie erhält einen Becher mit einem klaren, bitteren Inhalt und trinkt diesen gehorsam aus. Da ihr niemand erklärt, dass es sich um ein Medikament handelt und was es bewirken soll, denkt sie, es sei Gift gewesen. Das Gift diene dazu, ihren psychischen Körper abzutöten, damit der physische Körper wieder auferstehen könne. Sie hat keine Angst vor dem Tod, da ihr klar ist, dass das Bewusstsein unsterblich sei und sie höchstens ein körperliches Unbehagen fühlen würde.
Für Markus war die geschlossene Station ein Horrortrip. Er kannte diese Gegebenheit nicht und er sieht, wie die Menschen sich wie Schattengestalten langsam schlurfend durch die Gänge bewegen. Einige haben einen teilnahmslos starren Blick und andere kichern unvermittelt los oder wippen mit dem Oberkörper. Er hört die ununterbrochenen grässlichen Schreie, die aus einem der verschlossenen Zimmer dringen und erschrickt zutiefst. Manche der Patienten sehen sich Markus genauer an,  nähern sich vorsichtig von allen Seiten und greifen tastend nach ihm.
So schnell wie möglich verlässt Markus die geschlossene Station. Da er ja keine Erfahrung hat mit psychischen Erkrankungen, ist ihm immer noch nicht bewusst, dass Marion sehr krank ist. Für ihn ist es mehr so, dass Marion nun in einer Art Sicherheitsverwahrung für überspannte Künstler ist. Er kümmert sich auch die nächste Zeit nicht um Marion, besucht am Wochenende die Kinder. Marion sei schließlich gut aufgehoben, wo sie ist und da sie ja die Trennung anberaumt hatte sieht er auch keinen Grund, sich weiter um sie zu kümmern.
Die beiden sehen sich erst acht Wochen später. Marion kam zu dieser Gelegenheit zum Belastungsurlaub nach Hause. Sie sollte sich langsam wieder an das Leben außerhalb der Klinik gewöhnen. Die Medikamente haben gut angeschlagen und die akute Symptomatik ist abgeklungen. Marion muss nun von ihrem zerstörten Leben retten, was noch zu retten ist. Ihr wichtigstes Ziel ist dabei, die Kinder zurückzubekommen. Dagegen verweigerte sich die Schwiegermutter, bei der die Kinder ja unter sind. Auch Markus teilt die Meinung seiner Mutter. Er hat sich inzwischen umorientiert und steht mit einem Eheanbahnungsinstitut in Kontakt. um eine nette Frau kennen zu lernen.
Als sich die beiden Eheleute zum ersten Mal nasch der langen Zeit wieder sahen, verspürt sich Markus immer noch stark verbunden mit Marion. Marion sieht die Partnerschaft noch ganz so, wie sie vor der Erkrankung war. Was sonst geschehen ist, erscheint ihr wie ein böser Alptraum. Es liegt ihr viel daran, die Ehe wieder fortzusetzen. Beide finden sofort wieder körperlich zueinander, was sich sehr günstig auf den weiteren Verlauf ihrer Beziehung auswirkt.
Marion fährt am folgenden Belastungsurlaub am Wochenende mit zu den Kindern, die sich sehr darüber freuen, die Mutter zu sehen und sich von ihr wünschen, sie möge bald wiederkommen.
Die nächsten vier Wochen nutzen die beiden Ehepartner, um viel miteinander zu reden und sie beschließen, die Ehe doch noch fortzusetzen und die Kinder wieder nach Hause zu bringen, wenn Marion endgültig aus der Klinik entlassen sein wird. In diesem Zeitraum kommt es auch zu einem gemeinsamen Gespräch mit dem behandelnden Arzt von der Klinik. Dieser erklärt Markus, dass Marion die letzten Monate schwer krank gewesen ist. Nun erst fällt bei Markus der Groschen und ihm wird klar, dass Marion krank war und doch nicht an einer charakterlichen Schwäche litt. Seine innere Einstellung seiner Frau gegenüber ändert sich und er macht Marion nicht mehr verantwortlich für ihr scheinbar böswilliges Verhalten. Markus ist nun auch wieder bereit dazu, für Marion Verantwortung zu übernehmen.
Der Weg ist also frei, um die zurückliegende Krise gemeinsam zu bearbeiten und Änderungen für das weitere Zusammenleben vorzunehmen.

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